Hamburgs Walace will weg und WM-Chance wahren

WM 2002 in Japan und Südkorea
Foto: Antonio Thomás Koenigkam Oliveira / Flickr (CC BY 2.0)

Nach nur einem Jahr könnte er das kalte Hamburg wieder mit seiner sonnigen Heimat tauschen: Hamburgs Brasilianer Walace möchte nach nur einem Jahr wieder wechseln. “Er hat uns gesagt, dass er gehen möchte”, so HSV-Sportchef Jens Todt gegenüber der “Bild”-Zeitung.

Walace war der erste große Transfer von Todt. Der Brasilianer kam mit der Empfehlung von zwei Länderspielen für die A-Nationalmannschaft und auch der Goldmedaille von den Olympischen Spielen 2016 (Sieg im Finale gegen Deutschland). Walace spielte seit seinem Wechsel nach Hamburg nicht mehr für die “Seleção”. Dem Vernehmen nach soll Walace mit der Weltmeisterschaft in Russland im Sommer noch nicht abgeschlossen haben. Ein Wechsel in die Heimat soll ihn wieder näher ans Nationalteam bringen.

Medienberichten zufolge war ein Vertreter von Flamengo Rio de Janeiro in der Hansestadt. Es soll um eine 18-monatige Leihe gegangen sein. Angeblich möchten Todt und der HSV den Brasilianer allerdings nur für den Rest der Rückrunde abgeben. Laut “transfermarkt.de” sollen auch Atlético Mineiro und Olympique Marseille an Walace interessiert sein. Laut “Bild” möchte Walace allerdings wegen seiner hochschwangeren Frau Kamila unbedingt zurück nach Brasilien. Sicherlich spielt auch der Gedanke eine Rolle, in der Heimat wieder mehr im Fokus der Nationalelf zu stehen. Beim HSV kann sich Walace bislang nicht mit konstant starken Leistungen empfehlen. Der Brasilianer kommt auf 20 Bundesliga-Spiele (zwei Tore).

Der Noch-Hamburger hatte zuletzt auch für Schlagzeilen gesorgt, da er verspätet aus dem Winterurlaub gekommen war und den Abflug in das Trainingslager nach Jerez de la Frontera verpasst hatte. Nachdem er vier Tage zu spät eingetroffen war, erhielt er eine Abmahnung und eine Geldstrafe. Beim Rückrundenauftakt in Augsburg (0:1) fehlte Walace außerdem im Kader. Trainer Markus Gisdol sagte, er sei “weder körperlich in bestem Zustand und vor allem auch mental nicht mit 100 Prozent im Kopf bei der Sache”. Sportlich würde Walace den Hamburgern derzeit also kaum weiterhelfen.

Wenn Walace geht, dürfte der Weg für Dominik Kaiser frei werden. Der HSV steht bereits in intensiven Verhandlungen mit dem Noch-Leipziger, den RB gerne abgeben würde.

Walace wechselte im Januar 2017 für 9,2 Millionen von Porto Alegre zum Hamburger SV. Damit ist er der fünftteuerste Zugang der Klubgeschichte. An der Spitze dieser Liste steht nach wie vor Filip Kostic (14 Millionen Euro, vom VfB Stuttgart).