Herrlich legt sich fest: Julian Brandt bei WM „sowieso fest dabei“

WM 2006 in Deutschland
Foto: René Stark / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Eng war es. Doch durch den Sieg der TSG Hoffenheim gegen Dortmund am letzten Spieltag und den zu knapp ausgefallenen eigenen Sieg gegen Hannover 96 hat Bayer Leverkusen das Champions League Ticket doch nicht mehr lösen können. An Julian Brandt lag es sicherlich nicht, dass aus den Träumen von der Königsklasse doch nichts wurde. Der blonde Wirbelwind zeigte einmal mehr eine starke Partie und erzielte das zwischenzeitliche 3:0 für die Werkself. Qualitäten, die auch dem Bundestrainer Joachim Löw nicht entgangen sein werden. Davon ist zumindest Brandts Trainer in Leverkusen Heiko Herrlich überzeugt.

Der Coach, selbst Shootingstar, der nach dem doppelten Aufstieg mit Jahn Regensburg auch Leverkusen zurück in die Erfolgsspur und ins internationale Geschäft führte, ist absolut überzeugt, dass morgen bei der Präsentation des vorläufigen Kaders der Name seines Außenbahnspielers fallen wird. „Julian Brandt sehe ich sowieso fest dabei. Die Frage stellt sich überhaupt nicht.“

Und diese Einschätzung weiß Herrlich auch stichhaltig zu begründen. „Er hat bewiesen, dass er Spiele entscheiden kann, wenn er von Beginn an spielt, er hat gezeigt, dass er als Joker Spiele entscheiden kann. Ich gehe davon aus, dass er fest dabei ist.“

Brandt vor Kaderbekanntgabe vollkommen gelassen – auch Tah ist Kandidat

Mit der Leichtigkeit der Jugend versucht sich Brandt vor der Bekanntgabe des vorläufigen Kaders nicht verrückt zu machen. „Ich mache mir da nicht den großen Druck und sage, ich muss da unbedingt hin,“ meint der 21-Jährige. „Ich habe in der Saison gute, aber auch schlechte Spiele gemacht, mein Bestes gegeben und ein reines Gewissen.“ Ändern kann er nun sowieso nichts mehr. Das letzte Saisonspiel ist gespielt, die Gedankenspiele des Bundestrainers sind abgeschlossen. Und so sieht auch Brandt die nahende Entscheidung gleichmütig. „Wenn es am Ende reicht, dann ist es eine schöne Sache und ich freue mich. Wenn der Bundestrainer entscheidet, dass es nicht reicht, akzeptiere ich es.“

Andererseits: Urlaubspläne hat der deutsche Nationalspieler auch noch nicht geschmiedet. „Ich habe noch nichts gebucht“, räumt Brandt ein, relativiert jedoch auch gleich wieder: „Aber selbst wenn im Sommer nichts anstünde, hätte ich noch nichts gebucht. Ich bin sowieso eher der spontane Mensch und kann nicht so gut planen.“ Ebenso wenig hat sein Leverkusener Kollege Jonathan Tah schon feste Verpflichtungen für den Sommer eingegangen. Denn auch er gilt als heißer WM-Kandidat. Heiko Herrlich empfiehlt Bundestrainer Löw auch seinen Abwehrrecken bedenkenlos nach dem Hannover-Spiel: „Jonathan Tah hat ein überragendes Spiel gemacht trotz drei Wochen Verletzungspause.“ Und bis zum Start der WM wäre ja auch noch ein wenig hin, um wieder zu 100 Prozent Leistungsvermögen zu kommen.