HSV erstmals abgestiegen – WM-Fahrer Sakai bleibt

WM 2018 Nachrichten
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15. in der Saison 2011/12. 2013/14 und 2014/15 jeweils die Rettung in der Abstiegsrelegation. Letzte Saison 14. Der Anlauf des traditionsreichen Hamburger Sportvereins in die zweite Bundesliga war lang. Und somit fällt es auch schwer den Niedergang des Bundesliga-Dinos als neutraler Beobachter zu betrauern. Zu viele fatale Entscheidungen wurden in der Vergangenheit einfach getroffen. Doch zum Ende dieser Saison scheint einiges zusammengewachsen zu sein. Zwischen Führungsebene und sportlicher Leitung, zwischen Mannschaft und Fans (bis auf den unverbesserlichen Ultra-Kern, der kurz vor Abpfiff für eine Spielunterbrechung sorgte). Nach dem Schlusspfiff sorgte Kapitän Sakai mit seinem spontanen Treuebekenntnis für Begeisterung.  

In der dunkelsten Stunde des Vereins scheinen sich alle Beteiligten endlich einmal wieder auf diesen zu besinnen und persönliche Anliegen oder Animositäten außen vor zu lassen. Auch getragen von 89 Minuten tollen Supports seitens der Anhänger im abschließenden Saisonspiel gegen Gladbach, das 2:1 gewonnen wurde, und der positiven Entwicklung unter dem neuen Trainer Christian Titz war mehr Aufbruchstimmung denn Untergangsstimmung zu spüren.

So verkündete Vorstand Frank Wettstein direkt nachdem der Abstieg durch den 4:1-Erfolg Wolfsburgs gegen den 1.FC Köln besiegelt war: „Wir sind voll handlungsfähig und arbeiten ab jetzt intensiv an dem klaren Ziel, bestmöglich vorbereitet in die nächste Saison zu gehen und den direkten Wiederaufstieg zu realisieren.“ Das Saisonziel für nächstes Jahr steht also bereits.

Auch Präsident Bernd Hoffmann sieht den HSV weiter als großen, traditionsreichen Verein: „Die Raute und auch wir als Klub haben trotz dieses bitteren Augenblicks viel Kraft – und werden in Zukunft auch wieder Stärke ausstrahlen.“ Sportlich wird Trainer Christian Titz den Wiederaufstieg angreifen. „Als ich vor acht Wochen hier angefangen habe, war mir bewusst, dass dieser Tag heute genauso kommen kann“, sagte Titz nach dem Abstieg. Dennoch hatte er von Anfang an alles auf das Wunder hin ausgerichtet. „Ich hatte den Fokus immer darauf gerichtet, dass wir den Klassenerhalt schaffen können.“ Nun richtet sich der Fokus auf die Mission Wiederaufstieg.

Kapitän Gotoku Sakai geht mit HSV in die zweite Liga

Daran teilhaben möchte künftig auch weiterhin Gotoku Sakai beim HSV. Die HSV-Verantwortlichen waren mit dem japanischen WM-Fahrer in Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung. Doch bislang lag noch keine Einigung vor. Sakai überraschte auch sie, als er noch in der Mixed Zone nach dem Spiel gegen Gladbach am Samstag, verkündete, dass er der Raute treu bleiben werde. Unter Tränen zeigte er wahre Größe und Verantwortung. „Ich habe jetzt in diesem Moment entschieden, dass ich bleiben werde. Wir werden es gemeinsam wieder schaffen, zurückzukommen.“ Ein starkes Zeichen und vielleicht endlich der Weg zu einem neuen, alten HSV.