In WM-Form: Coman, Müller und Lewandowski zerlegen Besiktas

Robert Lewandowski
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Eine frühe rote Karte, geduldige Bayern und höhere individuelle Klasse in allen Bereichen. So lässt sich das Hinspiel des Achtelfinales zwischen Bayern München und Besiktas Istanbul kurz und knackig zusammenfassen. Das Endergebnis stellten die gnadenlosen Bayern auf 5:0. Damit wird beim Rückspiel in Istanbul für die Münchner nichts mehr anbrennen. Das Viertelfinal-Ticket ist somit praktisch gebucht.

“Der Platzverweis hat uns super in die Karten gespielt,” wusste nach dem Spiel selbst Thomas Müller den Knackpunkt der Partie zu benennen. Bereits in der 16. Minute musste der kroatische Nationalspieler Domagoj Vida nach einer Notbremse als letzter Mann vom Platz. Die Bayern wurden nach einer ausgeglichenen Anfangsphase folglich überlegener, doch verfielen nicht in Hektik.

Ruhig und souverän erspielten sie sich mit der Zeit ein drückendes Übergewicht. Müller traf zum 1:0 kurz vor der Halbzeitpause, sowie später noch zum 3:0. Beides klassische Müller-Tore, vor dem gegnerischen Gehäuse reagierte der sonst in seinen Aktionen häufig auch glücklose Müller zweimal genau richtig. Oder wie er es sagt: “Meine Tore waren richtige Torjäger-Tore.” Die Tore zum 4:0 und 5:0, also zur Vorentscheidung über den Viertelfinal-Einzug, steuerte ein stark aufgelegter Robert Lewandowski bei. Starke Momente in der Offensive zeigten auch die beiden deutschen Nationalspieler Joshua Kimmich und Mats Hummels, auch wenn letzterer in der Anfangsphase defensiv in der ein oder anderen Szene etwas unentschlossen wirkte.

Mann des Abends war aber Kingsley Coman. Der junge französische Außenbahnspieler spielte den Verteidigern von Besiktas ein ums andere Mal Knoten in die Beine. Das 1:0 leitete er mit einem unwiderstehlichen Tempo-Dribbling klasse ein, das 2:0 besorgte er mit einem überlegten Flachschuss selbst. Und auch sonst war er stetiger Unruhe- und Gefahrenherd. So wird in der Nachfolgefrage von Robbery kein Weg an Kingsley Coman vorbeiführen.

Nur Robben trübt die Freude bei Bayern München

Apropo Robbery: sowohl Arjen Robben, als auch Franck Ribery saßen zu Beginn der Partie nur auf der Bank. Coman und Müller begannen auf den Flügeln. Robben wurde in der 44. Minuten bereits für den angeschlagenen James Rodriguez eingewechselt, Ribery erst in der Schlussphase für Wirbelwind Coman.

Ein Wink bereits, dass die Zukunft anderen gehört beim FC Bayern? Die Verträge beider Klub-Ikonen laufen im Sommer aus. Momentan wird in der FCB-Führung über das weitere Vorgehen beraten. Arjen Robben zumindest zeigte sich dünnhäutig bezüglich seiner Joker-Rolle. “Dazu sage ich nichts,” meinte der Niederländer, um dann doch noch etwas zu sagen: “”Jedes Wort wäre eines zu viel. Wenn ich jetzt meine Emotionen ausspreche, denke ich, dann bin ich morgen bei Brazzo (Sportdirektor Hasan Salihamidzic, Anm. d. Red.) oder bei Herrn Rummenigge und dann weiß ich nicht, was es dann gibt.”

Bayern München muss gut abwägen, ob er diese Baustelle offen lassen möchte. Denn sicher ist eines: Auch im nächsten Jahr wird sich ein Arjen Robben nicht hinter Coman und einem eventuell verpflichteten neuen Star auf der Außenbahn glücklich und zufrieden mit der Joker-Rolle abfinden.