Iran-Coach Queiroz fordert Liga-Stopp aus Angst vor Rock ’n‘ Roll

WM 2018
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Stress um die iranische Nationalmannschaft! Trainer Carlos Queiroz hat die heimische Liga stark kritisiert und vor der Weltmeisterschaft in Russland Alarm geschlagen. Die niedrige Qualität mache dem Portugiesen demnach Sorgen. Doch er hat bereits einen Plan.

Queiroz fordert laut der Internetseite des iranischen Fußballverbands FFI den sofortigen Stopp der Ligaspiele im Iran. Außerdem möchte er mit der Nationalmannschaft unverzüglich in ein Trainingslager aufbrechen. „Das Niveau unserer Ligaspieler reicht für die WM nicht aus“, wird der Portugiese zitiert. Die Spieler sollen demnach physisch stärker und auch schneller werden. Die knappe Vorbereitung unmittelbar vor dem Turnier reiche aber nicht aus, so Queiroz. Er fordert nun „Qualitätstraining unter meiner Aufsicht“. Offensichtlich traut er den Trainern der iranischen Liga recht wenig zu.

Nun könnte man meinen, dass er darauf nicht gerade früh kommt. Ob die Liga seinen Wünschen entspricht, darf stark bezweifelt werden. Die jüngsten Testspiele liefen nicht nach Wunsch des Trainers. Gegen Tunesien verlor das Team mit 0:1. Immerhin gelang mit einem 2:1 gegen Algerien aber auch ein Sieg. Bei der WM trifft der Iran in Gruppe B auf Marokko und die hoch favorisierten Teams von Spanien und Europameister Portugal. „Diese beiden Mannschaften sind uns Lichtjahre voraus. Das wird kein Walzer, sondern knallharter Rock ’n‘ Roll“, so der 65-jährige Queiroz. „Es geht hier um alles oder nichts. Die Entscheidung müsste noch heute kommen, denn morgen könnte es schon zu spät werden“, so der Coach. Demnach müssten der Verband und das Sportministerium entscheiden, ob für sie die WM wichtiger sei oder die Liga.

Queiroz meckert schon seit fast 6 Jahren

Die Ligaspiele im Iran laufen bis Mai. Außerdem stehen Spiele in der asiatischen Champions League an. Diverse Experten und Klubtrainer haben bereits ihre Bedenken geäußert, dass ein Liga-Stopp wirklich zu einer Verbesserung der iranischen Nationalmannschaft führen könnte.

Carlos Queiroz ist bereits seit 2011 Nationaltrainer des Iran. Nach einer historischen Niederlange 2012 gegen den Libanon in der WM-Qualifikation geriet er in das Zentrum der Kritik. Queiroz prangerte schon damals an, dass der Verband und die Liga nicht nach internationalen Standards arbeiten würden. Der Portugiese durfte schließlich im Amt bleiben. Das Team schlug im nächsten Match überraschend Südkorea und qualifizierte sich für die WM 2014. Ursprünglich plante Queiroz, nach der Weltmeisterschaft in Brasilien sein Amt niederzulegen. Mitte September 2014 fanden beide Seiten schließlich doch noch eine finanzielle Basis und Queiroz nahm ein stark verbessertes Angebot des Verbandes an. Sein aktueller Vertrag läuft nun bis zur WM im Sommer in Russland.