Iran vs. Saudi-Arabien: Kann Infantino im Streit vermitteln?

WM 2018 Russland
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Iran und Saudi-Arabien sind politische Erzfeinde. Die Auseinandersetzungen wirken sich auch auf den Sport und den Fußball aus. Bei der Weltmeisterschaft im kommenden Sommer in Russland treten beide Nationalmannschaften an. Ein Aufeinandertreffen im Achtelfinale ist möglich. FIFA-Präsident Gianni Infantino möchte vorab vermitteln.

“Ich werde das Thema verfolgen. Das Problem scheint mir nicht unlösbar”. Das sagte Infantino am heutigen Donnerstag nach einem Treffen im iranischen Sportministerium und beim Fußballverband in Teheran. Der Boss der FIFA betonte auch, dass Fußball nichts mit Politik zu tun habe und die Bereiche deshalb nicht vermischt werden sollten. “Die FIFA will, dass Fußball allen Spaß macht. Auch den Iranern und den Saudis”, so Infantino gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur IRNA.

Aufgrund der politischen Differenzen wollen die Klubs aus Saudi-Arabien in der asiatischen Champions League keine Spiele im Iran austragen. Diese Forderung konnten die Saudis beim asiatischen Fußballverband auch erfolgreich durchsetzen. Umgekehrt hatten iranische Klubs bislang kein Problem damit, in Saudi-Arabien zu spielen.

Stadionverbot für Frauen im Iran ebenfalls ein Thema – bislang kein Erfolg

Auch das Stadionverbot für Frauen im Iran wurde von Infantino in Teheran auf den Tisch gebracht. Experten rechnen allerdings nicht mit einem Durchbruch bei diesem Thema. Der einflussreiche Klerus im Iran ist der Ansicht, dass islamische Frauen in einem Fußballstadion zusammen mit männlichen Anhängern und vulgären Schlachtgesängen nichts zu suchen hätten. Zuletzt hatte das Sportministerium die Einführung einer Familientribüne vorgeschlagen. Der Klerus lehnte allerdings ab.

Bei der Weltmeisterschaft in Russland bestreitet das Team von Saudi-Arabien das Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber in Gruppe A. Weitere Gegner sind Uruguay und Ägypten. Der Iran trifft in Gruppe B auf Portugal, Spanien und Marokko. Pikant: Sollte eines der Teams Gruppensieger werden und das andere den zweiten Platz in der jeweiligen Gruppe belegen, träfen Saudi-Arabien und der Iran im Achtelfinale direkt aufeinander. Beide Mannschaften sind jedoch Außenseiter. Die iranische Nationalmannschaft träumt allerdings vom Achtelfinale.