James Rodriguez: Starkes Spiel beim Ex-Verein, dennoch Kritik

WM 2018 Nachrichten
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Er war einer der stärksten Spieler auf dem Platz und muss nun dennoch Kritik einstecken. James Rodriguez erzielte das 2:2 für den FC Bayern München im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals bei Real Madrid. Der Kolumbianer initiierte einige starke Aktionen der Münchner. Aufgrund zweier Szenen steht der ehemalige Madrilene nun dennoch in der Kritik.

Der 26-Jährige erzielte in der 63. Minute den 2:2-Ausgleich. Die Bayern waren danach extrem nah am Sieg und dem Final-Einzug dran gewesen. Der Kolumbianer hatte bereits vor dem Spiel angekündigt, nicht zu jubeln, sollte er ein Tor erzielen. Nach dem Treffer hob er fast entschuldigend die Hände und schien Tränen in den Augen zu haben. Dafür haben einige Fans des FC Bayern kein Verständnis. In den sozialen Netzwerken wurde sein verweigerter Jubel stark kritisiert. James selbst verteidigte die Aktion nach dem Spiel: „Drei Jahre lang war ich hier, und ich war hier glücklich.“ Von den Fans von Real Madrid erntete er für seine Geste Applaus. „Das freut mich. Das bedeutet, dass ich gute Leistungen gebracht habe“, so der Kolumbianer.

Auch eine andere Situation sorgte in den sozialen Netzwerken für Wirbel. In den Schlussminuten der Partie spielte James einen Ball ins Aus, nachdem sich Madrids Marco Asensio auf den Boden warf. Er schien einen Krampf bekommen zu haben. Der Schiedsrichter unterbrach nicht, James hatte in aussichtsreicher Position den Ball, spielte aber dann ins Seitenaus. „Wie kann man so dämlich sein und das nicht ausnutzen“, fragte ein User bei Twitter. Weiter hieß es: „Real-Spieler hätten so etwas niemals gemacht, wenn ihnen eine Niederlage drohen würde und James mit Schmerzen am Boden gelegen hätte.“

Trotz der Kritik: Heynckes schwärmt von James Rodriguez

Trotz aller Kritik an diesen Szenen und Gesten war James Rodriguez Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Münchner. Er erarbeitete sich gute Möglichkeiten und brachte 82,9 Prozent seiner Pässe an den Mann. Damit war er einer der präzisesten Spieler auf dem Platz. „James hat für mich ein super gemacht“, so Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach Spielende. Dennoch wechselte er den Kolumbianer in der 84. Minute aus. „Er war in der Schlussphase etwas müde“, so Heynckes. „Zudem wollte ich mit Javi Martinez noch einen kopfballstarken Spieler bei Standardsituationen bringen. Das war der einzige Grund. James war überragend. An seiner Leistung habe ich überhaupt nichts auszusetzen – im Gegenteil.“

James kam im Sommer von Real Madrid zum FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister lieh den Kolumbianer für 2 Jahre aus. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde James mit der Zeit zu einem großen Leistungsträger. In 36 Pflichtspielen für die Münchner kommt er in dieser Saison auf 7 Tore und 13 Vorlagen.

Er ist einer der großen Hoffnungsträger Kolumbiens im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Russland. In der Gruppenphase trifft das Team auf Polen, Senegal und Japan. James absolvierte bislang 62 Länderspiele, erzielte 21 Tore und bereitete 18 Treffer vor. Bei der WM 2014 in Brasilien wurde James mit 6 Treffern Torschützenkönig.