Jose Mourinho: Argentinien und Portugal nur wegen Messi und Ronaldo gefährlich

WM 2018
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Jose Mourinho freut sich nach einer langen Saison in England mit Manchester United, die mit der Vizemeisterschaft, dem Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Sevilla und dem erreichten FA-Cup-Finale gegen Chelsea London, das am nächsten Wochenende ansteht, durchwachsen lief, auf seinen wohlverdienten Urlaub. Doch zwischen dem Ausklang der Saison der Red Devils und der Strand, Palmen und Sonnenschein liegt noch ein Großereignis: die WM in Russland. Natürlich hat der exzentrische und meinungsstarke portugiesische Star-Trainer auch dort seine Favoriten. Und die Nationen von Messi und Ronaldo zählt er nicht wirklich dazu. 

Für Jose Mourinho gibt es zwei klare Favoriten auf den WM-Titel. Und der Titelverteidiger Deutschland ist keiner davon. Vielmehr sieht der Coach von Manchester United Brasilien und Spanien als stärkste Mannschaften im Vorfeld des WM-Turniers in Russland. „Ich mag Brasiliens grundsätzliche Struktur wirklich sehr – ihre Taktik, ihre Mentalität,“ zeigt sich der Portugiese angetan von der Verfassung des fünffachen Weltmeisters. „Sie haben einen Mix von natürlichem brasilianischem Talent und einer ernsthaften, physischen, taktischen Herangehensweise.“ Diese verdankt die Selecao ihrem Nationalcoach Tite, der viel Wert auf Disziplin legt.

Das sieht auch Mourinho so. „Es ist ein Team, das in der Lage ist, gut zu verteidigen, wenige Gegentore zu kassieren und mit einer guten Basis des gegenseitigen Aushelfens. Und sie haben einen Angriff mit Willian, Neymar, Philippe Coutinho und Gabriel Jesus… alles Spieler mit herausragenden Qualitäten,“ outet sich der 55-Jährige als regelrechter Fan der aktuellen Selecao.

Als ernsthaften Konkurrenten hat er vor allem die spanische Auswahl auf der Rechnung. „Es gibt die traditionell starken europäischen Mannschaften, aber ich denke, dass Spanien wieder ein richtiges Team geworden ist. Sie haben Spieler, die der selben Philosophie folgen und die ihre Art zu spielen daran angepasst haben. Ich glaube, Spanien ist in einer besseren Ausgangslage als all die anderen europäischen Mannschaften.“ Titelverteidiger Deutschland, die häufig hochgelobten Franzosen oder die von vielen als Geheimtipp angesehenen Belgier schätzt Jose Mourinho folglich nicht so gefährlich ein.

Mourinho: Argentinien ist von Messi abhängig und Portugal von Ronaldo

Nicht ganz von der Rechnung streichen will Jose Mourinho sein Heimatland Portugal. Doch der amtierende Europameister hat nur dank eines einzigen Spielers eine kleine Möglichkeit für eine Überrraschung zu sorgen. „Portugal hat eine interessante Mannschaft. Ohne Cristiano [Ronaldo] wäre es unmöglich. Aber mit ihm ist gar nichts unmöglich,“ verdeutlicht der ehemalige Real-Trainer die Sonderstellung Ronaldos, mit dem er selbst in Madrid zusammenarbeiten konnte.

Ähnlich sieht Mourinho die Lage bei Lionel Messis Argentinien. „Ich denke, ohne Lionel Messi wäre die argentinische Nationalmannschaft nicht in der Verlosung. Doch mit ihm sind sie einer der Favoriten.“ Ob auch mit Messi die argentinische Mannschaft, die sich in der Qualifikation und den Testspielen schwach präsentierte, weit kommen wird bleibt dennoch fraglich.

Mourinho selbst freut sich auf die WM. „Es wird wirklich unterhaltsam werden. Ich werde auch eine Woche in Russland sein und die Spiele verfolgen. Und dann geht’s endlich in den Urlaub.“