José Mourinho schlägt drauf: „Warum immer Lukaku? Warum immer Lukaku? Warum immer Lukaku?“

WM 2018 Nachrichten
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„The Special One“ José Mourinho hat seinem Ärger freien Lauf gelassen. Am Freitagabend verlor sein Team von Manchester United in der englischen Premier League mit 0:1 bei Aufsteiger Brighton & Hove Albion. Den Zorn des Portugiesen bekamen vor allem die Offensivspieler aus der zweiten Garde ab, die in die Mannschaft rotiert wurden. Belgiens Nationalspieler Lukaku nahm er dagegen in Schutz.

Mit dem 1:0 gegen den haushohen Favoriten Manchester United hatte sich Brighton & Hove Albion den Klassenerhalt gesichert. Der Ex-Ingolstädter Pascal Groß erzielte das Tor des Tages. ManU-Trainer Mourinho gratulierte seinem Trainer-Kollegen Chris Hughton nach Abpfiff zum Klassenerhalt.

Anschließend platzte „The Special One“ vor den TV-Kameras der Kragen. „Die Spieler, die andere ersetzt haben, haben keine besonders gute Leistung gezeigt“, so Mourinho. „Wenn einzelne schwach spielen, ist es für die Mannschaft schwierig, gut zu sein. Vielleicht fragen Sie mich jetzt nicht mehr, warum A, B oder C nicht so viel Spielzeit bekommen. Und warum immer Lukaku? Warum immer Lukaku? Warum immer Lukaku? Jetzt haben Sie die Antwort, warum immer Lukaku spielt.“

Damit dürften sich vor allem Anthony Martial und Marcus Rashford angesprochen fühlen, die beide von Beginn an spielen durften und äußerst schwach agierten. „Ich denke, es gab einen deutlichen Unterschied zwischen den Teams in dem Bestreben, für seine Ziele zu kämpfen. Brighton hat deutlich gezeigt, dass es für sie wichtiger ist, in der Premier League zu bleiben als es uns wichtig war, Zweiter zu werden“, so Mourinho weiter. „Wir haben nur in den letzten 20 Minuten ein bisschen Stolz gezeigt. Sie waren bereit, alles zu geben, und wir haben es nicht geschafft, uns selbst zu motivieren. Für mich ist das immer enttäuschend, denn da kann ich nichts machen. Ich kann nichts machen.“

Typisch Mourinho: Er ist nicht schuld

Damit nahm sich Mourinho einmal mehr aus der Pflicht und verteidigte seine eigenen Entscheidungen. Wie so oft in seiner Trainer-Karriere nahm er die einen in Schutz (wie Lukaku) und auf andere schlägt er ein (Rashford, Martial). Dabei betonte er, wie sehr er sein Team vor Brighton gewarnt hatte. „Wenn meine Spieler ehrlich und fair sein wollen – und davon gehe ich aus –, dann werden sie erzählen, wie lange ich gesprochen habe, wie lange ich sie vor dem Spiel und während der ganzen Woche versucht habe, auf dieses Szenario vorzubereiten.“

Der angesprochene Belgier Romelu Lukaku wurde nach einer kräftezehrenden Saison geschont. Der 24-Jährige absolvierte für Manchester United bereits 50 Pflichtspiele in der laufenden Saison (27 Tore, 9 Vorlagen). Die Verantwortlichen von Belgiens Nationalmannschaft dürften sich gefreut haben, dass Lukaku draußen blieb. Er gilt als einer der großen Hoffnungsträger für die Weltmeisterschaft in Russland. Dort trifft Belgien in der Gruppenphase auf England, Tunesien und Panama. Belgien gilt, wie bei den letzten Turnieren, als einer der Geheimfavoriten.