Kapitän Schmelzer beim BVB erstmal außen vor

WM 2018 Nachrichten
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Marcel Schmelzer ist BVB-Kapitän. Doch dass die Binde am Arm nicht gleichzeitig eine Garantie auf Einsätze ist, musste der mittlerweile 30-Jährige Linksverteidiger am Sonntag beim 4:0-Triumph seiner Schwarz-Gelben gegen Bayer Leverkusen am eigenen Leib erfahren. Nicht einmal im Kader fand Schmelzer sich wieder. Stattdessen musste er mit einem Platz auf der Tribüne Vorlieb nehmen. Seine Verbannung hatte nicht nur sportliche Gründe. Vielmehr missfiel den Verantwortlichen des BVB, allen voran Trainer Peter Stöger, die zwischen wenig kämpferische Körpersprache des Ur-Borussen. 

In der aktuellen Situation, in der die Dortmunder Mannschaft häufig den zwingenden Glauben an die eigene Stärke vermissen lässt und geradezu nach einem Leader schreit, der mit breiter Brust und gutem Beispiel voran geht, scheint Marcel Schmelzer als Kapitän zu wenig führungsstark zu sein. So resümiert der Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc nach Abpfiff des fußballerisch ansprechenden und deutlichen 4:0-Sieges gegen Champions League Konkurrent Bayer Leverkusen die Ausbootung Schmelzers lakonisch: „Da fehlte offenbar der Glaube, dass er uns weiterhelfen würde.“

Peter Stöger stellte schnell klar, dass nur er über den Tribünenplatz Schmelzers und den Kader für das Leverkusen-Spiel entschieden hat. Es war also keinerlei disziplinarische Strafe, die vonseiten der Klubführung ausgesprochen worden wäre. „Das war meine Entscheidung. Das ist ein sportliches Statement. Ein Kapitän ist ein normaler Spieler. Er hat in den letzten Wochen nicht die optimale Leistung abgerufen.“ Die Quittung dafür erhielt Schmelzer am Samstag Abend.

Schmelzer bislang gesetzt, wenn er fit war

Insgesamt kommt Marcel Schmelzer bislang lediglich auf 16 von 31 möglichen Spiele in der Bundesliga in dieser Saison. Dies war aber immer auf Verletzungen zurückzuführen. Zunächst war er am Sprunggelenk lädiert, später machte ihm die Wade zu schaffen. War der Mannschaftskapitän einsatzfähig, stand er auch in der Startelf. Bis zum vergangen Samstag. Doch überraschen durfte die Entscheidung Stögers nicht wirklich.

Schließlich spielt der Linksverteidiger wahrlich keine starke Saison. Für einen Platz im WM-Kader Deutschlands konnte sich der 16-malige Nationalspieler zu keinem Zeitpunkt aufdrängen. Und auch in Dortmund könnte seine Reservistenrolle erst einmal Bestand haben. Nach Schmelzers Leistung in den letzten Wochen und der tadellosen Vorstellung des teuren Schweizer Winterneuzugangs Manuel Akanji auf der Linksverteidigerposition gegen die Werkself betont Stöger im Bezug auf Schmelzer: „Es wird nicht unbedingt leicht für ihn in der nächsten Woche.“