Klassischer Sandro Wagner: Große Klappe, viel dahinter

Deutschland in der WM-Qualifikation 2018
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Das Modell Sandro Wagner bewährt sich weiter. Vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League lancierte der extrovertierte Mittelstürmer weiter Werbung in eigener Sache in den Medien Richtung Bundestrainer Joachim Löw. Im Hexenkesel von Besiktas Istanbul ließ er dann einmal mehr Taten für sich sprechen. Nach seiner Einwechslung markierte er mit der Brust den 3:1-Endstand. Das dürfte Löw mehr beeindruckt haben, als die ständigen Statements. 

Den vermeintlich leichten Gegner Besiktas Istanbul nicht auf die leichte Schuler genommen, sondern insgesamt mit 8:1 in beiden Achtelfinals besiegt: alles richtig gemacht, FC Bayern! Morgen steht nun die Auslosung der Viertelfinals an. Sandro Wagner sieht dieser gewohnt mit breiter Brust entgegen. „Wir sind Bayern München. Wir haben schon gegen jeden Gegner das Selbstverständnis, dass wir auch weiterkommen können. Auf dem Niveau ist die Tagesform entscheidend. Wir haben einen guten Spirit in der Mannschaft und auch im Training ein unglaubliches Niveau. Wir können dieses Jahr Großes schaffen,“ ist sich der Mittelstürmer sicher.

Und auch Offensivkollege Thomas Müller freute sich für seinen eventuellen Nationalmannschaftskollegen: „Man hat gesehen, dass er sich sehr gefreut hat. Sandro ist sehr fleißig, er wirft alles in die Waagschale. Es ist immer schön, wenn man sich trotz kurzer Einsatzzeit in die Torjägerliste eintragen kann.“

Wagner betont, wie wichtig ihm persönlich sein erstes Tor im größten Vereinswettbewerb der Welt war: „Ich bin ja mit 30 schon ein alter Sack im Fußball und habe in der Champions League ein Tor gemacht. Das freut mich natürlich und erfüllt mich mit Stolz. Jetzt habe ich fast in allen Wettbewerben mal getroffen.“ Die Weltmeisterschaft wäre aber natürlich schon noch ein Wettbewerb, bei dem der Mittelstürmer sicherlich gerne ein Tor markieren würde.

Wagner ausnahmsweise ohne Kampfansage zur WM

Doch nach dem Besiktas-Spiel gab sich dieser bezüglich der WM-Frage ungewohnt zurückhaltend. „Bayern München zahlt mein Gehalt, ist mein Arbeitgeber, da muss ich Leistung bringen. Ich kann jetzt nicht nur an die WM denken, sondern muss hier jeden Tag Gas geben und meine Arbeit machen.“

Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in Istanbul klang das noch ganz anders als Wagner auf die Frage, ob Bundestrainer Löw ihn mit zur WM nehmen müsse, antwortete: „Ich würde es ihm uneigennützig empfehlen.“ Die beste Empfehlung sind aber sowieso Tore und Leistungen, wie am Mittwoch-Abend gegen Besiktas Istanbul.