Klinsmann: Löw nur zu einem der “Top-6-Klubs auf der Welt”

Joachim Löw
Foto: Steindy / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Gemeinsam machten sie 2006 das deutsche Sommermärchen möglich: Jürgen Klinsmann als Cheftrainer und Joachim Löw als sein Assistent. Mit begeisternden Ansprachen und taktischem Know-how bildeten die beiden Schwaben ein perfektes Tandem für den Aufbau einer neuen deutschen Mannschaft. Seinen ehemaligen Mitarbeiter sieht Klinsmann in der absoluten Elite-Liga von Fußballlehrern. Und gegenüber dem kicker gibt Klinsmann auch Einblicke in seine eigene Zukunftsplanung. 

Joachim Löw besitzt beim Deutschen Fußballbund noch ein Arbeitspapier bis nach der Europameisterschaft 2020. Dennoch wird er auch immer wieder in den Topf von Kandidaten geworfen, wenn ein Spitzenklub, wie zuletzt der FC Bayern oder aktuell noch PSG oder Chelsea mit einem neuen Übungsleiter in Verbindung gebracht werden. In dieser Liga sieht auch Klinsmann seinen früheren Assistenten. “In seiner Güteklasse reden wir von den Top-6-Klubs auf der Welt,” meint der mittlerweile 53-jährige Klinsmann über seinen fünf Jahre älteren Kollegen.

“Wenn einer von denen den richtigen Moment erwischt, kann ich mir vorstellen, dass Joachim das reizt. Mich hat damals der FC Bayern gereizt,” stellt Klinsmann die Vita Löws mit seinem eigenen Karriereweg in Verbindung. “Wenn Real Madrid oder Barcelona bei ihm anklopfen, reizt ihn das vermutlich auch.” Dass eine Anstellung bei einer Nationalmannschaft aber etwas ganz anderes als das Engagement bei einer Vereinsmannschaft ist, musste Klinsmann beim FCB schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Nach nicht einmal einer einzigen Saison trennten sich die Wege des Trainers und der Bayern schon wieder.

Klinsmann wartet auf Anfrage ambitionierter Nationalmannschaft

Seit seinem im November 2016 geendeten Engagement beim US-Verband als Nationaltrainer und technischer Direktor ist der Göppinger frei für neue Aufgaben. “Ich bin bereit, wieder loszulegen. Nach der WM werden sich ein paar Möglichkeiten auftun,” weiß der Coach um die typischen Anstellungs- und Entlassungszyklen von Nationaltrainern. Schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft habe es nun “Anfragen von vier, fünf WM-Teilnehmern” gegeben. Vor allem mit dem australischen Fußballverband wurde Klinsmann in Verbindung gebracht.

“Aber bei allen ging es um die Frage: Wie überstehe ich die Vorrunde. Mir ist das zu wenig. Die Nationen, die jetzt anfragten – das reichte mir von der Leistungsfähigkeit nicht. Für mich geht eine WM mit dem Achtelfinale erst richtig los,” stellt der Macher des Sommermärchens 2006 seine Ansprüche klar.