Kooperation zwischen Spanien und Saudi-Arabien: Was soll der Deal bringen?

WM 2018 Nachrichten
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Die spanische Liga, der saudi-arabische Fußballverband und das Sportministerium des Königreichs Saudi-Arabien haben eine überraschende Vereinbarung getroffen: Neun saudi-arabische Fußballer sollen nach Spanien wechseln, um Spielpraxis auf höchstem Niveau zu bekommen. Doch was steckt wirklich hinter dem Deal?

Die spanischen Erstligisten CD Leganés, UD Levante und FC Villareal beteiligen sich an dieser Kooperation. Unter den neun Saudi-Kickern sind auch die Nationalspieler Yahya Al-Shehri, Fahad Al-Muwallad und Salem Al-Dawsari. Weitere sechs Spieler wechselten in die zweite Liga, bzw. zu zweiten Mannschaften. Die Spieler sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit den besten Spielern der Welt zu messen, um sich auf die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer vorzubereiten. In Gruppe A trifft Saudi-Arabien auf Uruguay, Ägypten und Gastgeber Russland (Eröffnungsspiel).

Der Deal kommt sehr überraschend. Bislang spielte kein einziger saudi-arabischer Spieler in einer der beiden höchsten Ligen in Spanien. In den anderen Topnationen Europas sieht es genauso aus. Es ist also sehr fraglich, ob die neun Spieler bei ihren neuen Vereinen überhaupt zum Einsatz kommen werden. Doch die Kooperation hat freilich nicht nur sportliche Gründe.

“La Liga ist bereits die populärste internationale Liga in dieser Region, durch die Aufnahme saudi-arabischer Spieler in die erste und zweite Liga stellen wir einen Zuschauerzuwachs sicher und erweitern unsere kommerziellen Möglichkeiten”, so ein Statement der Primera Divisón. Die Spanier machen also keinen Hehl daraus, dass der sportliche Aspekt eine sehr kleine Rolle spielt. Ein ähnliches Statement liest man beim FC Villareal, die sich die Dienste von Nationalkicker Salem Al Dawsari (26 Länderspiele, 4 Tore) gesichert haben: “Wir versprechen uns eine erhöhte Sichtbarkeit in der arabischen Welt.” Die Wechsel haben sich bereits jetzt finanziell gelohnt: Zwischen einer und fünf Millionen Euro sollen die Vereine laut “Süddeutscher Zeitung” erhalten (die spanischen Vereine wohlgemerkt).

Zuletzt hat es bereits eine Vereinbarung zwischen der spanischen Liga und der Agentur Sela Sport gegeben. Die Agentur besitzt unter anderem die Verwertungsrechte für die größten Fußballclubs in Saudi-Arabien. Die Bestrebungen von “La Liga”, immer weiter zu expandieren sind unübersehbar. Die Liga unterhält bereits seit 2014 ein Büro in Dubai. Ähnlich sieht es in Südafrika, Indien, den USA, Singapur, China, Mexiko und Nigeria aus.

Eine Zusammenarbeit des DFB mit dem chinesischen Fußballverband war zuletzt peinlich gescheitert. Eine chinesische U20-Nationalelf sollte am Spielbetrieb der Regionalliga Südwest teilnehmen. Nach nur einem Freundschaftsspiel war nach heftigen Protesten diverser Fangruppierungen Schluss. Erst wurde der Deal ausgesetzt, schließlich komplett beendet. Ähnliche Probleme sind in Spanien nicht zu erwarten. Experten erwarten, dass sich chinesische Fußballvertreter nun an Spanien oder auch England wenden werden, nachdem sie in Deutschland auf so viel Gegenwind gestoßen sind.