Leon Goretzka erklärt ablösefreien Bayern-Wechsel

WM 2018
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Nach dem Trubel um den Abgang von Max Meyer ist der Wechsel von Leon Goretzka zum FC Bayern im Sommer fast etwas in Vergessenheit geraten. Nun bezieht der deutsche Nationalspieler in einem Interview mit der SportBild aber noch einmal Stellung zu seinem ablösefreien Abgang, warum er den Vertrag auf Schalke nicht verlängern wollte und was ihn zögern ließ, dem FC Bayern München zuzusagen. 

Goretzkas Wechsel erzeugte ebenfalls Ärger bei den Schalker Anhängern. Was dem Leistungsträger auch klar war. „Natürlich habe ich damit gerechnet, dass der Unmut da sein wird. Darauf war ich vorbereitet. Darum konnte ich das Verhalten der Fans gut einordnen. Und wenn man es für sich positiv beurteilen möchte, dann kann man sagen, dass es ja auch in einer Weise ein Kompliment war. Es gibt viele Spieler, die einen Verein verlassen, ohne dass die Anhänger es überhaupt richtig wahrnehmen. Ich glaube eher, dass man dann als Spieler etwas falsch gemacht hat.“

Doch anders als etwa bei Max Meyer war bei Goretzka immer der Wille erkennbar, noch alles für seinen aktuellen Klub Schalke 04 zu geben. „Mir war bei meiner Bekanntgabe am wichtigsten, dass die generelle Stimmung auf Schalke nicht kippt und die Mannschaft nach unserer guten Hinrunde unter dem Wirbel leidet. Dafür habe ich alles getan, indem ich für Schalke weiterhin in jeder Minute mein Bestes gegeben habe. Die Fans haben einen großen Teil dazu beigetragen, sie haben sehr viel Feingefühl bewiesen und ihre Kritik rund um die Entscheidung nur gegen mich gerichtet. Dafür kann ich den Fans nur ein großes Kompliment machen.“ Und so ist nun sogar eine Ehrenrunde für den Schalker nach dem letzten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt möglich.

Goretzka kann sich Seitenhieb auch Draxler nicht verkneifen

Auch auf den Umstand, dass er Schalke 04 ablösefrei verlässt, ging Goretzka noch einmal ein. „Ich persönlich wollte nicht meinen Vertrag verlängern und somit den Fans suggerieren: Ich bleibe jetzt hier, ich bin euer Held – und ein Jahr später gehe ich womöglich doch. Das wäre nicht mein Ding.“ Ein klarer Seitenhieb auf Julian Draxler, dessen Konterfei bei der Vertragsverlängerung um fünf Jahre auf Plakatwagen durch Gelsenkirchen gefahren wurde, um dann zwei Jahre später nach Wolfsburg zu flüchten. Wahr ist aber auch: Draxler brachte Schalke damals 43 Mio. Euro ein, Goretzka hingegen gar nichts.

Dass es überhaupt so lange dauerte, dass Goretzka dem FC Bayern zusagte, lag an der ungewissen Frage um den Nachfolger von Jupp Heynckes. „Das war ein Punkt, der mich gestört hat. Aber es ließ sich nicht vermeiden. Am Ende hat Bayern ein klares Trainerprofil benannt. Mit dem konnte ich mich identifizieren.“ Mittlerweile ist auch klar: Goretzkas Trainer in der kommenden Saison wird Niko Kovac heißen.