Löw benennt Testspiel-Kader: 26 Spieler, aber kein Reus

Joachim Löw
Foto: Steindy / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Am heutigen Freitag hat Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader für die anstehenden Testspiele gegen Spanien und Brasilien bekannt gegeben. 26 Spieler möchte Löw testen. Marco Reus (28) ist nach seinem Comeback bei Borussia Dortmund nicht darunter.

Die Weltmeisterschaft in Russland rückt näher. Gegen Spanien in Düsseldorf (23. März) und gegen Brasilien in Berlin (27. März) stehen wichtige Länderspiele zum Testen an. Löws Kader bietet ein paar Überraschungen. Gespannt war man, ob Marco Reus nach zwei Jahren in die Nationalmannschaft zurückkehren würde. Der 28-Jährige wurde beim Europa-League-Aus am Donnerstag in Salzburg (0:0) zur Pause wegen Adduktorenproblemen ausgewechselt. Reus kommt bislang auf 29 Länderspiele, 9 Tore und 4 Vorlagen.

Reus steht nicht im Aufgebot. Dennoch ist die Tür für ihn nicht zu. „Bei Marco ist uns wichtig, dass er behutsam und ohne weiteren Druck ans oberste Level herangeführt wird und an Stabilität gewinnt“, erklärte Joachim Löw. „Dazu gehört in erster Linie, dass er beschwerdefrei und fit ist und über einen längeren Zeitraum regelmäßig spielt und trainiert, seinen Rhythmus findet und dadurch Sicherheit und Vertrauen bekommt.“ Auch Teamkollege und Weltmeister-Torschütze Mario Götze wurde überraschend nicht nominiert. Nach dem Spiel in Salzburg ist er von BVB-Coach Peter Stöger heftig kritisiert worden.

Dass Amin Younes von Ajax Amsterdam nicht dabei sein würde, ist keine Überraschung. Zuletzt hatte Teammanager Oliver Bierhoff gesagt, dass er aufgrund der Querelen um einen Wechsel nach Neapel und nach dem Skandal um eine verweigerte Einwechslung kein Thema sei.

Im Sturmzentrum scheint sich Löw noch nicht entschieden zu haben. Mit Mario Gomez und Sandro Wagner hat er beide Kandidaten für die Mittelstürmer-Position in den Kader berufen. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Trainerteam nur einen „echten Stürmer“ nach Russland mitnehmen werde. Die Nominierung von Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach war nach zuletzt wochenlanger Flaute auch nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Der Confed-Cup-Sieger steht bei Löw allerdings hoch im Kurs.

Am 15. Mai wird Joachim Löw sein vorläufiges WM-Aufgebot bekannt geben. „Insgesamt ist die Tür zur Nationalmannschaft noch nicht geschlossen. Es gibt noch einige Spieler, die weiter unter Beobachtung stehen“, so der Bundestrainer. Ein Debütant fehlt im neuesten Aufgebot. „Auf einigen Positionen haben wir eine extrem große Auswahl, auf anderen allerdings nicht. Wir brauchen daher auch Spieler, die flexibel und variabel einsetzbar sind.“ Zuletzt wurde z.B. über eine Nominierung des Augsburgers Philipp Max diskutiert.

Auf die Frage, warum 26 Spieler nominiert wurden, antwortete Löw, dass sie „bewusst einen größeren Spielerkreis dabei haben“ wollten. „Wichtig ist uns, in dieser Phase konzentriert mit den Spielern zu arbeiten und auch in Ruhe Gespräche mit ihnen zu führen. Natürlich wissen wir, dass nun die entscheidenden Wochen mit den Klubs anstehen. Das hat aktuell Priorität für sie. Umso wichtiger ist, dass sie wissen, worauf es uns ankommt, bevor wir das endgültige WM-Aufgebot benennen. Für uns stehen Erfolg und Leistung über allem, wir wollen sehen und spüren, dass die Spieler diesen Zielen alles unterordnen und dafür alles geben.“

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien und Brasilien

Tor:
Bernd Leno (Bayer 04 Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain)

Abwehr:
Jerome Boateng (FC Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (FC Bayern München), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (FC Bayern München)

Mittelfeld & Angriff:
Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Emre Can (FC Liverpool), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Leon Goretzka (FC Schalke 04), Ilkay Gündogan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (FC Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Sebastian Rudy (FC Bayern München), Leroy Sané (Manchester City), Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach), Sandro Wagner (FC Bayern München), Timo Werner (RB Leipzig)