Löw streicht Leno, Tah, Petersen und Sané! Neuer ist die Nummer 1

Leroy Sane
Foto: Ailura / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 AT)

Bundestrainer Joachim Löw (58) hat entschieden: Bernd Leno (26), Jonathan Tah (22), Leroy Sané (22) und Nils Petersen (29) wurden aus dem WM-Kader gestrichen und werden in Russland nicht mit dabei sein. Vor allem die Ausbootung Sanés ist eine große Überraschung. Manuel Neuer (32) wird hingegen als Nummer 1 im Tor stehen.

Deutschlands 23-Mann-Kader für Russland steht fest. Joachim Löw und sein Trainerteam haben sich entschieden und heute in einer Pressekonferenz im Trainingslager in Eppan (Südtirol) bekannt gegeben, wer die Heimreise antreten muss.

Dass Innenverteidiger Jonathan Tah von Bayer Leverkusen nicht dabei sein würde, war erwartet worden. Die Konkurrenz war mit Boateng, Hummels, Süle, Rüdiger und Ginter letztlich zu groß. Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren war er noch für den verletzten Antonio Rüdiger nachnominiert worden.

Etwas überraschend platzt der WM-Traum von Tahs Teamkollegen Bernd Leno. Der Torwart verlor das Duell gegen Kevin Trapp (27, 3 Länderspiele) um den Kaderplatz als Nummer 3 im Tor. Wie erwartet legte sich Löw auf Manuel Neuer (32) als Nummer 1 fest. Marc-André ter Stegen (19 Länderspiele) bleibt die Rolle des Ersatzmannes.

Erwartet worden war, dass es Nils Petersen nicht schaffen würde. Die Berufung in das vorläufige Aufgebot war für den Freiburger schon sehr überraschend. Nach seinem ersten und vorerst einzigen Länderspiel gegen Österreich (1:2) ist nun schon wieder Schluss. Damit bleibt Mario Gomez (32) der einzige klassische Stürmer im Aufgebot. Sandro Wagner (30) war gar nicht erst in den vorläufigen Kader berufen worden.

Die größte Überraschung heißt allerdings Leroy Sané. Dass der 22-jährige Flügelflitzer von Manchester City mit zur WM fahren würde, galt als sicher. Doch Löw dürften seine schwachen Auftritte in der Nationalmannschaft (12 Spiele, kein Tor, eine Vorlage) missfallen haben. Vor allem zuletzt gegen Brasilien (0:1) und Österreich agierte der ehemalige Schalker fahrig und unkonzentriert. Er wirkte wie ein Fremdkörper. Welch Potential Sané hat, ist wohl auch Löw bekannt – allein die Bilanz in der abgelaufenen Saison in Manchester spricht für sich (49 Pflichtspiele, 14 Tore, 19 Vorlagen). In den zwei Jahren seit der Europameisterschaft, bei der er als Joker mit dabei war, konnte Sané sich aber nicht empfehlen.

Joachim Löw entschied aufgrund der Vielseitigkeit

Joachim Löw sagte bei der Pressekonferenz, dass er „heute Morgen mit allen vier Spielern gesprochen“ habe. „Auch mit dem Mannschaftsrat. Es ist so als stünde man am Check-in am Flughafen und dürfte danach nicht in die Maschine nach Moskau einsteigen.“ Zur Personalie Manuel Neuer sagte der Bundestrainer: „Ich habe gestern am späten Abend noch ein Gespräch mit Manu geführt. Der Fuß hat überhaupt keine Probleme gemacht.“ Auch Neuer selbst wirkte nach seinem starken Österreich-Spiel zuversichtlich: „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich den Belastungen eines Turniers standhalte.“

Löw sprach von einer „wahnsinnig knappen“ Entscheidung. Die Enttäuschung der vier Spieler sei „sehr, sehr groß“. Dabei betonte Löw, dass es wichtig sei, „bei einem Turnier auch variabel agieren zu können und sehr wichtig, dass wir ausgewogen sind im Kader, dass die Positionen doppelt besetzt sind“. Demnach sprach auch die Vielseitigkeit für Spieler wie Matthias Ginter (24, 17 Länderspiele) und Sebastian Rudy (28, 25 Länderspiele).

Sollte sich ein Spieler bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel verletzen, dürfte Löw noch Spieler nachnominieren. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um die nun gestrichenen Spieler handeln. Deutschland startet am 17. Juni (17.00 Uhr) gegen Mexiko in das Turnier.

Das Trainingslager in Eppan wird nun mit dem endgültigen WM-Kader fortgesetzt. Am 8. Juni (19.30 Uhr) bestreitet der amtierende Weltmeister die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien. Spielort ist die Leverkusener BayArena. Vier Tage später wird Deutschland in das WM-Quartier im „Vatutinki Hotel Spa Complex“ in Russland reisen. Zuletzt blieb Deutschland fünf Mal in Folge ohne Sieg.

Der endgültige deutsche WM-Kader

Tor:
Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain)

Abwehr:
Jerome Boateng (FC Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (FC Bayern München), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (FC Bayern München)

Mittelfeld/Sturm:
Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Leon Goretzka (FC Schalke 04), Ilkay Gündogan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (FC Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal London), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sebastian Rudy (FC Bayern München), Timo Werner (RB Leipzig)