Luxusproblem WM-Kader: Das wäre Deutschlands B-Aufgebot

Sandro Wagner
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Die schwierige Aufgabe, einen WM-Kader für Russland zu nominieren ist für den Bundestrainer Joachim Löw auch ein Luxusproblem. Noch nie hatte ein deutscher Nationaltrainer so viel Auswahl an Klasseleuten. Dabei musste er auch „Träume platzen“ lassen, wie er selbst sagte. Hier seht ihr ein Team aus Top-Spielern, die es NICHT in Jogis Kader geschafft haben: der WM-Kader der Nicht-Nominierten.

27 Spieler hat Joachim Löw in den vorläufigen WM-Kader für Russland berufen. Vier Namen wird der Bundestrainer bis zum 4. Juni noch streichen müssen. Überraschend berief Löw gestern in Dortmund Nils Petersen vom SC Freiburg. Sandro Wagner vom FC Bayern München oder auch WM-Held Mario Götze von Borussia Dortmund erhielten keine Einladung. Emre Can vom FC Liverpool wurden seine Rückenprobleme zum Verhängnis. Auch er wurde nicht nominiert. Genauso wenig wie Weltmeister Shkodran Mustafi von Arsenal London.

Doch das sind nur ein paar Namen. Deutschland verfügt mittlerweile über ein riesiges Reservoir an Klassespielern. Für einen Bundestrainer war es noch nie so schwer, einen Kader herauszufiltern. Im Folgenden lest ihr, wer nicht mit dabei ist, aber aufgrund seiner Klasse durchaus einer für eine Weltmeisterschaft gewesen wäre. Auch wir haben uns für einen „vorläufigen“ Kader mit 27 Mann entschieden.

Der WM-Kader der „Zuschauer“ – diese Spieler wurden nicht nominiert

Tor:
Ralf Fährmann (FC Schalke 04), Timo Horn (1. FC Köln), Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart), Sven Ulreich (FC Bayern München)

Abwehr:
Thilo Kehrer (FC Schalke 04), Benedikt Höwedes (Juventus Turin), Shkodran Mustafi (Arsenal London), Philipp Max (FC Augsburg), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Lars Bender (Bayer 04 Leverkusen), Willi Orban (RB Leipzig)

Mittelfeld:
Mario Götze (Borussia Dortmund), André Schürrle (Borussia Dortmund), Julian Weigl (Borussia Dortmund), Emre Can (FC Liverpool), Max Meyer (FC Schalke 04), Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach), Kai Havertz (Bayer 04 Leverkusen), Maximilian Philipp (Borussia Dortmund), Serge Gnabry (TSG Hoffenheim), Kerem Demirbay (TSG Hoffenheim), Marius Wolf (Eintracht Frankfurt), Nadiem Amiri (TSG Hoffenheim)

Angriff:
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach), Sandro Wagner (FC Bayern München), Mark Uth (TSG Hoffenheim), Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen)

WM-Kader der Ersatzleute – die Erklärung

Bundestrainer Joachim Löw hätte also neben dem A-Kader auch einen B-Kader berufen können. Auch dann hätte Deutschland ein schlagkräftiges Team zusammen. Die Namen Götze, Wagner, Can oder Mustafi hätte man am Dienstag bei der Bekanntgabe des vorläufigen Aufgebots in Dortmund durchaus erwarten können. Serge Gnabry und Lars Stindl fallen allerdings verletzungsbedingt aus und hätten sich durchaus Hoffnung auf eine Nominierung machen dürfen.

Neben den vier Keepern Neuer, ter Stegen, Leno und Trapp hätte Deutschland mit Fährmann, Horn, Zieler und Ulreich weitere Top-Torhüter zur Verfügung. Löw muss auch in Zukunft nicht bang sein, wenn es um einen Schlussmann geht.

Für die Abwehr haben wir neben den Weltmeistern Höwedes und Mustafi auch den ehemaligen Nationalspieler Lars Bender ausgewählt, der in Leverkusen an der Seite von Zwillingsbruder Sven Bender eine starke Saison spielte. Auf den defensiven Außenbahnen spielten Philipp Max (Augsburg) und Nico Schulz (Hoffenheim) groß auf. Thilo Kehrer von Schalke 04 gilt als Versprechen für die Zukunft. Willi Orban aus Leipzig ist ein konstant guter Innenverteidiger. Mit Robin Koch (SC Freiburg), Benjamin Henrichs (Bayer 04 Leverkusen) oder Holger Badstuber (VfB Stuttgart) würde es gar noch weitere Optionen geben.

Drei Mittelfeld-Weltmeister nicht im offiziellen WM-Kader

Mit Götze, Schürrle und Kramer stehen gleich drei Weltmeister von 2014 im Mittelfeld unseres B-Kaders. Auch Weigl, Can, Meyer, Gnabry und Demirbay waren bereits Nationalspieler. Maximilian Philipp wäre sicher ein Kandidat für Russland gewesen. Allerdings war er oft verletzt. Marius Wolf spielte überraschend stark in Frankfurt. Havertz und Amiri gelten als Hoffnungsträger für die Zukunft. Auch im Mittelfeld hätte es weitere Kandidaten gegeben: Diego Demme (RB Leipzig), Maximilian Eggestein (Werder Bremen), Pascal Groß (Brighton & Hove Albion) oder Amin Younes (Ajax Amsterdam).

Tore am Fließband schossen in der Rückrunde nicht nur die Nominierten Nils Petersen und Mario Gomez, sondern auch Mark Uth, Sandro Wagner oder Kevin Volland. Lars Stindl hatte mit einer Formkrise zu kämpfen. Als er sich zurück in die Spur brachte, verletzte er sich. Hinter den aufgelisteten Stürmern gäbe es außerdem noch Spieler wie Davie Selke (Hertha BSC) oder Niclas Füllkrug (Hannover 96).