Marcel Halstenberg: Löw droht Alternative zu verlieren

Joachim Löw
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Joachim Löw droht eine vielversprechende Alternative auf der Linksverteidiger-Position wegzubrechen. Laut Berichten aus Leipzig soll sich RB-Verteidiger Marcel Halstenberg schwer am Knie verletzt haben. Es wird über einen Kreuzbandanriss oder gar einen kompletten Abriss spekuliert. Sollten eingehendere Untersuchungen diesen Verdacht bestätigen, kostet die Trainingsverletzung Halstenberg nicht nur die Rückrunde, sondern auch die WM-Teilnahme. 

Der 26-jährige Halstenberg ist ein Außenverteidiger nach Joachim Löws Geschmack. Taktisch diszipliniert und schnell. In Zweikämpfen weiß er sein Gardemaß von 1,86 Meter einzusetzen. Dazu bringt er auch Drang in die Offensive mit. Zwei Tore und zwei Vorlagen in 15 Einsätzen in dieser Bundesliga-Saison belegen das.

Nach seinem Transfer von St. Pauli zu den Roten Bullen hat er sich auch in Leipzig sofort durchgesetzt, ist gesetzter Stammspieler auf seiner linken Bahn. Doch im letzten Hinrundenspiel gegen Hertha BSC ereilte ihn zum ersten Mal das Verletzungspech und Halstenberg brach sich die Hand. Dies zwang ihn bei den ersten beiden Rückrundenspielen noch zum Zuschauen. Und an diese Rolle wird sich Leipzigs Nummer 23 voraussichtlich erst einmal gewöhnen müssen.

Problemzone Außenverteidiger: Halstenberg war Alternative

Doch wie kann es überhaupt sein, dass ein Mann mit der Nationalmannschaftserfahrung von gerade einmal 90 Freundschaftsspiel-Minuten zum schmerzlichen Ausfall in Hinblick auf die WM wird? Dies liegt nicht nur an Halstenbergs starken Leistungen, sondern auch an der Position, die er bevorzugt spielt. Denn die magere Auswahl auf dem linken Verteidiger-Posten ist bei der DFB-Elf seit Jahren ein reichlich beklagtes Thema.

Früher stopfte Philipp Lahm oft die Lücke (woraufhin dann sein Fehlen auf der rechten Seite ins Gewicht fiel). Rechts hinten ist Joshua Kimmich gesetzt. Sein Pendant auf links war zuletzt meistens Jonas Hector. Der Mann vom 1.FC Köln fiel aber fast die komplette Hinrunde über mit einem Syndesmosebandriss aus. Erst jetzt in der Rückrunde ist er wieder einsatzbereit. Bis zur WM ist nicht mehr lange Zeit, ein Rückschlag wäre fatal. Und Alternativen sind rar.

Bei der WM 2014 verteidigte noch Benedikt Höwedes auf der linken Seite. Dies ist sicherlich nicht seine Paraderolle, dazu ist er offensiv zu schwach. Noch dazu laboriert der Weltmeister ebenfalls andauernd an Verletzungen. Weitere Kandidaten heißen Marvin Plattenhardt und Philipp Max. Beide sind im Nationalmannschaftstrikot ähnlich unerfahren wie Marcel Halstenberg. Die WM-Teilnahme war für diesen also kein utopisches Ziel. Durch seine wohl schwere Verletzung scheint sie es aber leider geworden zu sein.