Marco Reus tastet sich heran: Reicht es für die Bayern?

Marco Reus
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„Nicht schon wieder“. Das werden sich viele Fans von Borussia Dortmund und der deutschen Nationalmannschaft gedacht haben, als sich Pechvogel Marco Reus (28) erneut verletzte. Der Flügelspieler trainierte zuletzt individuell. Kann er dem BVB im bevorstehenden Liga-Knüller gegen die Bayern helfen?

Marco Reus muss weiter auf sein Comeback in der deutschen Nationalmannschaft warten. Erneut musste er sich die Spiele der „Mannschaft“ im TV ansehen. Gegen Spanien (1:1) und vor allem Brasilien (0:1) hätte das Team von Joachim Löw einen Spieler seiner Klasse gut gebrauchen können. Auf dem Flügel enttäuschte vor allem Leroy Sané von Manchester City. Doch Reus verletzte sich vor rund zwei Wochen beim peinlichen Ausscheiden aus der Europa League gegen Salzburg. Er musste aufgrund von Muskel-Problemen ausgewechselt werden. Bis vergangenen Montag musste Reus komplett pausieren. Nun trainiert der BVB-Spieler einzeln.

Dortmund-Coach Peter Stöger (51) möchte im Hinblick auf das Spiel gegen den FC Bayern München noch keine endgültige Prognose abgeben: „Individuelles Training ist kein Mannschaftstraining, deswegen sehe ich das eher schwierig für Samstag. Mal sehen – aber wir sind froh, dass Marco ein Stück weiter ist. Es hat sich nichts verschlechtert, sondern verbessert. Ich denke aber nicht, dass es bis Bayern reicht“, so der Österreicher gegenüber „BILD“.

Will Reus zu schnell zu viel?

Die Verantwortlichen machen auch deutlich, dass Marco Reus selbst in die Kader-Nominierungen mit eingebunden sein soll. Er selbst soll ein Zeichen geben, ob er spielen kann oder nicht. Eine größere Verletzung soll unbedingt vermieden werden. Doch will Reus derzeit schon zu viel? Nach seinen acht Monaten Pause spielte er bis zum Salzburg-Match neun Mal in Folge.

Klar ist, dass Marco Reus unbedingt zur Weltmeisterschaft im Sommer nach Russland möchte. Die Leistungen seiner Kollegen gegen Brasilien haben außerdem gezeigt, dass ein Reus in Topform dieser Mannschaft nach wie vor erheblich helfen könnte. Matthias Sammer (50), Experte von Eurosport, glaubt ebenso, dass Reus im Sommer dabei sein wird: „Marco ist ein fester Bestandteil. Bei ihm aber wird man bezüglich der Trainingssteuerung und des weiteren Ablaufs die nötige Rücksicht nehmen.“ Bundestrainer Joachim Löw möchte am 15. Mai ausgerechnet in Dortmund seinen vorläufigen Kader für die WM in Russland bekannt geben. Neben Reus sind auch die BVB-Stars Mario Götze und André Schürrle Wackelkandidaten.

Marco Reus konnte in den neun Pflichtspielen nach seiner Verletzung drei Tore erzielen (eine Vorlage). Sein letztes Länderspiel ist fast exakt zwei Jahre her (4:1 gegen Italien am 29. März 2016). Bislang kommt der Dortmunder auf 29 Länderspiele, neun Tore und vier Vorlagen.