Mario Gomez will cool bleiben: „Habe mich über Torflaute gefreut“

Mario Gomez
Foto: Harald Loos / Wikipedia (CC BY 3.0)

So entspannt und so cool kann man sich nur geben, wenn man einen Doppelpack erzielt hat. Mario Gomez schoss mit seinen Toren zum 2:0 die TSG Hoffenheim am Samstag im Alleingang ab. Mit dem VfB Stuttgart darf er nun weiterhin von Europa träumen. Und seine Chancen auf die Weltmeisterschaft in Russland steigen 9 Tage vor der vorläufigen Kader-Nominierung immer weiter.

„Jetzt haben wir jahrelang, Entschuldigung, wochenlang gegen den Abstieg gekämpft“, sagte Stürmer Mario Gomez nach dem Spiel. Der Versprecher verdeutlicht, was für eine anstrengende Saison hinter den Stuttgartern liegt. Dennoch war die 2. Bundesliga zuletzt kein Thema mehr. Trainer Tayfun Korkut machte der Mannschaft Beine und Mario Gomez knipste an vorderster Front.

Wobei der 32-Jährige bis zum Hoffenheim-Spiel kein einziges Heimtor erzielte. Das sollte sich mit dem Doppelpack gegen Hoffenheim erledigt haben. In 16 Spielen für Stuttgart nach seinem Wechsel im Winter aus Wolfsburg erzielte Gomez acht Tore und legte zwei weitere Treffer auf. Zum Vergleich: Nationalmannschaftskonkurrent Sandro Wagner kommt nach seinem Wechsel von Hoffenheim zu den Bayern auf 13 Bundesliga-Spiele, acht Tore, zwei Vorlagen – bei allerdings deutlich weniger Einsatzminuten. Gut möglich, dass Bundestrainer Joachim Löw auch beide formstarke Stürmer mit zur Weltmeisterschaft nach Russland nehmen wird. Zumindest im vorläufigen Kader, der am 15. Mai bekannt gegeben wird, dürften beide Stürmer stehen.

Gomez schwärmt dabei vom gesamten aktuellen Stuttgarter Team. „Ich glaube wir sind die zweitbeste Rückrundenmannschaft und das ist mit einer Mannschaft, wie wir sie haben, eigentlich brutal. Sportlich gibt es sicher bessere, aber wir sind charakterlich eine super Truppe“, so der Stürmer. Tatsächlich hatte nur der FC Bayern München (43) in der Rückrunde mehr Punkte geholt als der VfB Stuttgart (31).

Eigentlich musste Gomez gerade erst eine Durststrecke verkraften. Seit dem 27. Spieltag hatte er nicht mehr getroffen. Nach einer Flanke von Christian Gentner bzw. einem feinen Steilpass von Erik Thommy traf er allerdings jeweils mustergültig. „Ich habe mich selten über eine Torflaute so sehr gefreut wie die letzten fünf Wochen, weil das Licht in die richtige Position gerückt wurde. Zuvor war es mir zu viel ‚Rückkehrer Mario Gomez'“, so der 32-Jährige nach dem Spiel. „Ich brauche meine Mitspieler wie wahrscheinlich wenige Stürmer. Nur dann kann ich gut sein.“

Mario Gomez so entspannt wie lange nicht

Ein entspannter Mario Gomez darf sich nun auf den Saison-Abschluss gegen den FC Bayern München freuen. Dabei kommt es zu einem Aufeinandertreffen mit Gomez‘ Ex-Arbeitgeber und mit Sturm-Konkurrent Sandro Wagner. Dieser dürfte aber erneut nur auf der Bank Platz nehmen, da Robert Lewandowski nach dem Eklat von Köln wohl die Möglichkeit bekommen wird, weitere Treffer für das „Golden-Shoe-Ranking“ zu erzielen.

Doch belanglos ist das Spiel am Samstag vor allem für den VfB nicht. Bei einem DFB-Pokal-Sieg der Bayern würde Platz sieben für die Europa League reichen. Dafür müsste aber in München gewonnen werden und gleichzeitig müsste Frankfurt patzen.

Drei Tage nach dem Bundesliga-Finale am kommenden Samstag wird Joachim Löw den vorläufigen WM-Kader verkünden. „Ich warte ab, schaue mir die Nominierung entspannt an und hoffe, dass ich dabei bin. Wenn nicht, dann eben nicht“, so Mario Gomez, dem man die Lockerheit und Coolness nach dem Spiel durchaus abnahm. Erst vor kurzem bekräftigte er, dass es auch okay wäre, wenn er nur ein paar Minuten bei der WM spielen würde. Aber: Mit dabei wäre er schon sehr gerne.