Müller kämpft um DFB-Stammplatz

Deutschland in der WM-Qualifikation 2018
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Früher hieß es “Müller spielt immer.” Heute lautet die Frage eher “Wohin mit Müller?” Sowohl beim FC Bayern als auch im Trikot der deutschen Nationalmannschaft muss Thomas Müller härter denn je um seinen Stammplatz kämpfen. Diesen Kampf scheint der 28-Jährige angenommen zu haben – zum 4:2 gegen Bremen steuerte Müller zwei Tore und eine Vorlage bei. 

Mit dem Doppelpack gegen die Werderaner verbesserte Thomas Müller auf einen Schlag seine Torausbeute dieser Saison um 100%. Zu seinen vier Treffern kommen diese Spielzeit noch sieben Vorlagen in 15 Auftritten. Keine schwache Bilanz, aber weit entfernt von Müllers Traumstatistiken vor einigen Jahren, gerade was die eigene Ausbeute betrifft.

So verwundert es wenig, dass in München bei der schrittweisen Nachfolge von Ribery und Robben einerseits Coman durch seine starke Saison in den Fokus rückt, andrerseits über externe Neuzugänge nachgedacht wird. Müller kommt auf dem Flügel kaum noch zum Zug. In der Zentrale kämpft er mit James, Vidal, Thiago und ab nächster Saison auch Neuzugang Leon Goretzka um einen Platz in der Startelf. Das van Gaal’sche Credo “Müller spielt immer” darf man da getrost anzweifeln.

Hauen und Stechen um Startelfplatz von Müller

Und auch in der deutschen Auswahl kann sich der 89-fache Nationalspieler eines Stammplatzes nicht im geringsten sicher sein. Einerseits sorgt dafür die starke offensive Konkurrenz. Leroy Sane spielt eine Fabel-Saison für Manchester City. Timo Werner ist der Mittelstürmer, der Joachim Löw für sein vielseitiges Spiel noch gefehlt hat. Als Spielmacher ist Mesut Özil eigentlich gesetzt. Auch ein Marco Reus könnte für die WM wieder zum Thema werden.

Zum zweiten kann der Bayer auch zum Opfer des Systems werden. Nämlich dann wenn Löw auf eine defensive Dreierkette umstellt. Dann fällt ein weiterer Platz auf dem Feld weg, den die Offensivkünstler unter sich ausmachen können. Gerade gegen andere spielstarke Nationen wie Spanien, Brasilien oder Frankreich könnte diese tiefere Grundausrichtung zum Einsatz kommen. Offensiv dürften dann schnelle Konterstürmer wie Werner und Sane die Nase vorne haben.

Für Müller bleibt nur, sich mit einer starken Rückrunde und einem guten Abschneiden der Bayern in der Champions League in den Fokus zu rücken. Sein WM-Ticket sollte der routinierte Münchner sicher haben. Der Kampf um seinen Stammplatz ist aber längst eröffnet.