Munir will zur WM: Lassen 13 Minuten seinen Traum platzen?

WM 2018
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Stürmer Munir zieht vor das Internationale Sportgericht CAS. Der 22-Jährige möchte die Nationalität wechseln und bei der Weltmeisterschaft im Sommer für Marokko spielen. Doch die Rechtslage spricht aktuell noch gegen einen Verbandswechsel. Schuld sind 13 Einsatzminuten aus dem Jahr 2014 für Spanien.

Munirs Traum von der WM lebt noch. Die FIFA hatte einen Wechsel der Nationalität abgelehnt. Nun muss der Sportgerichtshof CAS entscheiden, ob eine Ausnahme möglich ist. Munir ist gebürtiger Spanier und spielte in der Jugend des FC Barcelona. Über die zweite Mannschaft schaffte er schließlich den Sprung zu den Profis. Der Stürmer kam 26-mal in der Liga zum Einsatz und erzielte vier Tore. Nach einer Ausleihe zum FC Valencia (33 Spiele, sechs Treffer), wurde Munir in dieser Spielzeit zu Deportivo Alaves weiterverliehen. In 31 Pflichtspielen kommt Munir in dieser Saison auf elf Tore und sieben Vorlagen.

Der 22-Jährige gilt als großes Talent und kam entsprechend auch schon für spanische Jugend-Nationalmannschaften zum Einsatz (insgesamt 19 Einsätze, zwölf Tore). Die Liste seiner Erfolge ist bereits lang: Youth-League-Gewinner 2014, Klub-Weltmeister 2015, Meister und Pokalsieger in Spanien 2015 und 2016, Champions-League-Sieger 2015.

Am 8. September 2014 debütierte Munir sogar in der spanischen Nationalmannschaft unter Vicente del Bosque – mit gerade einmal 19 Jahren und sieben Tagen. Im WM-Qualifikationsspiel gegen Mazedonien (5:1) kam er 13 Minuten vor dem Ende für Koke in die Partie. Und das ist nun auch das Problem: Laut FIFA-Regularien darf ein Spieler den Verband nicht mehr wechseln, wenn er ein Pflichtspiel absolviert hat. Es blieb Munirs bislang einziges Länderspiel für Spanien. Wäre es ein Testspiel gewesen, hätte er den Verband noch wechseln können. Solche Fälle hat es in der Vergangenheit des Öfteren schon gegeben (z.B. Jermaine Jones von Deutschland zu den USA, Roman Neustädter von Deutschland zu Russland).

Munir mit Marokko ausgerechnet gegen Spanien?

In der spanischen Nationalmannschaft hat Munir derzeit keine Chance. Experten sehen aber noch Entwicklungspotential und bescheinigen ihm gute Chancen für kommende Turniere. In Marokkos Team wäre Munir fast sicher sofortiger Stammspieler.

Munir will nun unbedingt für das Heimatland seines Vaters, Marokko, auflaufen. Der Weltverband FIFA hat am 13. März 2018 bekräftigt, dass ein Wechsel nicht möglich sei. Gemeinsam mit dem marokkanischen Verband geht Munir nun gegen diese Entscheidung vor. Sollte das Sportgericht diese Regelungen kippen, könnte das weitreichende Folgen haben. Demnach könnten mehrere Verbände und Spieler auf die Idee kommen, einen Wechsel anzustreben.

Bis Mitte Mai hoffen Marokko und der Spieler auf eine Entscheidung. Sollte es tatsächlich klappen, käme es zu einem brisanten Duell. In der Gruppe B spielt Marokko gegen den Iran, Portugal – und Spanien. Ausgerechnet.