Nationalcoach Santos zählt seine Portugiesen nicht zu WM-Favoriten

Crisitiano Ronaldo
Foto: Fanny Schertzer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Amtierender Europameister, Platz Vier in der FIFA Weltrangliste, einen Cristiano Ronaldo in Top-Form in den eigenen Reihen. Portugal sollte eigentlich momentan eine breite Brust haben. Doch die letzten Testspielauftritte (2:1 gegen Ägypten, 0:3 gegen die Niederlande) zeigten, dass bei den Portugiesen noch nicht alles Gold ist was glänzt. Das sieht auch der portugiesische Nationaltrainer Fernando Santos so. Der 63-Jährige mahnt Demut vor der anstehenden Weltmeisterschaft an. Seine Mannschaft sieht er nicht unter im Kreis der Favoriten auf den WM-Titel. 

“Für mich lauten die Favoriten Brasilien, Deutschland, Spanien, Argentinien und Frankreich,” stellt der Nationaltrainer der Europameister klar. “Ich sage das wegen der enormen Stärke und Kadertiefe, die sie haben, und der außergewöhnlichen Qualität ihrer Mannschaften. Zusätzlich zu ihrer Erfahrung und Erfolge auf großer Bühne.” Als Strecken der Waffen will Santos diese Einschätzung selbstverständlich nicht verstanden haben. “Wir wissen, dass wir nicht die Favoriten sind und wir akzeptieren die Favoritenrolle der anderen Teams. Doch das heißt nicht, dass wir keine Ambitionen hegen und das klare Ziel, in jedes Spiel zu gehen, um zu gewinnen.”

Als erste Herausforderung betrachtet der demütige Nationaltrainer dabei das Überstehen der Gruppenphase. Portugal trifft in der Vorrunde auf seinen iberischen Nachbarn Spanien, Marokko und den Iran. “Wir sind eine sehr starke Gruppe, geschlossen,” argumentiert er durchaus kontrovers. “Wir sind bescheiden, aber wir wissen, das wir Qualität haben. Natürlich haben wir nicht die Absicht zu denken, dass wir besser sind als alle anderen. Aber wir glauben stark an unsere Qualität und wissen, dass wir schwer zu besiegen sein werden.” Das war schon bei der EM 2016 Portugals Rezept, dass sie bis zum Titelgewinn führte.

Santos sieht Cristiano Ronaldo als zentrale Figur seines Teams

Verlassen wird sich Fernando Santos auf den wiedererstarkten Cristiano Ronaldo können. “Cristiano ist wesentlich in welchem Team auch immer er spielt,” stellt der erfahrene Trainer klar. “Das haben sie bei Manchester United gesagt und das sagen sie jetzt bei Real Madrid. Und das sind zwei der besten Mannschaften der Welt.”

Doch nur auf seinen Superstar wird Santos seine Taktik nicht ausrichten. “Natürlich ist der beste Spieler der Welt ein absolut wesentlicher Bestandteil in jeglicher Teamstrategie. Aber jeder weiß, dass wir zum Gewinnen ein Team brauchen und als Team spielen müssen. Er [Ronaldo] hat sein Engagement bewiesen, diesen Geist von Opferbereitschaft und Hingabe. Und seine Mitspieler fühlen sich umso mehr motiviert durch sein Beispiel,” betont Santos auch Ronaldos Bedeutung neben dem Platz.