Neuer weiß: Ohne Spielpraxis platzt für ihn das Ziel WM

Manuel Neuer
Foto: Peter P. / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Beim FC Bayern dreht sich schon seit Wochen einiges, seit der gesicherten Meisterschaft und der geplatzten Champions League Finalteilnahme aber so gut wie alles um die Rückkehr von Manuel Neuer zwischen die Pfosten. Kommt er noch im abschließenden Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart für die Bayern zum Einsatz? Riskiert der erfahrene Trainer die Rückkehr eines so lange verletzten Spielers im DFB-Pokal-Finales? Was, wenn Neuer nicht mehr für den FCB auf den Rasen zurückkehrt? Nun gibt die deutsche Nummer 1 selbst ein Update über seine Rückkehr.

Einen genauen Zeitpunkt für eine Rückkehr auf den Rasen kann und will Manuel Neuer noch nicht nennen. „Nein, es gibt keine Prognose,“ vielmehr geht es darum schon Schritt zu Schritt zu denken. „Ich möchte mich täglich verbessern, versuche so schnell wie möglich fit zu werden. Aber die Schritte, die ich bisher gemacht habe, waren sehr gut.“

Selbst bis zum kommenden Wochenende will Neuer noch nicht vorausblicken. Das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart wäre seine letzte Möglichkeit noch in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen. „Ob ich spiele am Samstag, ist nicht meine Entscheidung“, sagte Neuer, „ich muss ein gutes Gefühl haben. Wir haben noch nicht Samstag, sondern Dienstag. Deswegen spielt das für mich keine Rolle. Die Einheiten, die ich absolviert habe, waren gut.“ Das Pokalfinale, das eine Woche später in Berlin gegen Eintracht Frankfurt stattfindet, ist in Neuers Gedanken ebenfalls noch kein Thema, „überhaupt nicht.“

Neuer: Entscheidung über Comeback in Abstimmung mit medizinischer Abteilung

„Der Austausch zwischen den Medizinern und mir ist sehr gut, sodass ich den Ärzten und Physios vertrauen kann. Bis jetzt läuft es sehr gut. Wichtig für mich ist, dass die Diskussionen mich nicht aus der Ruhe bringen. Ich muss für mich, die Mannschaft und die Fußball-Republik die richtige Entscheidung treffen,“ ist sich der 32-Jährige der Tragweite der nächsten Schritte und der Entscheidung zum Wiedereinstieg bewusst. „Wie sie ausfällt, wird man dann sehen.“

Der Austausch zwischen der eigentlich gesetzten Nummer 1 im deutschen Tor und dem Bundestrainer Joachim Löw ist eng. Er ist zu jeder Zeit „bestens informiert. Ob ich bei der WM dabei bin, kann ich jetzt nicht sagen,“ schränkt Neuer allerdings ein. Doch sollte er keine Spiele vor dem Start der Weltmeisterschaft Mitte Juni bestreiten können, wird es wohl eine WM ohne den weltbesten Torhüter werden. „Ich denke nicht, dass es vorstellbar ist, dass ich ohne Spielpraxis in so ein Turnier gehe“, stellt Neuer klar. Doch diese Spielpraxis könnte er auch noch im DFB-Trikot bekommen. Schließlich stehen vor der WM noch zwei Tests an. Der vorläufige deutsche Kader für Russland spielte am 2. Juni noch gegen Österreich sowie am 8. Juni gegen Saudi-Arabien.

Leidensgenosse von Neuer: Boateng plant mit WM-Teilnahme

Offensiver als Neuer, aber auch mit deutlich kürzerer Ausfallzeit geschlagen, verkündet Jerome Boateng seine Gewissheit, bei der WM dabei sein zu können.  „Gesundheitlich geht’s mir besser. Ich glaube nicht, dass die WM in Gefahr ist,“ meint der 29-Jährige, der sich im Champions League Halbfinal-Hinspiel am Oberschenkel verletzt hatte.  „Aber ich muss Geduld haben. Ich werde natürlich kein Risiko gehen und zu früh anfangen.“

Anders als Neuer stand Boateng aber über den Großteil der Saison voll im Saft, sprüht nur so vor Spielpraxis. Und ein alter Hase im DFB-Trikot ist auch der Innenverteidiger längst. „Der Bundestrainer weiß genau, dass es mein Ziel und absolut realistisch ist, dass ich mitfahre,“ weiß Boateng auch um sein Standing und das Vertrauen, das ihm Joachim Löw entgegenbringt.