Nigeria und Ogenyi Onazi wie der Phönix aus der Asche

WM 2018 Russland
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Nach dem Achtelfinaleinzug Nigerias bei der WM 2014 schien die Zukunft rosig für die Super Eagles. Weiter kamen sie bei einer WM noch nie. Doch die folgenden Jahre sollten viele Enttäuschungen für das nigerianische Nationalteam und seine Anhänger bereithalten. Zum ersten Mal seit den 70er Jahren konnte sich die stolze Fußballnation für zwei aufeinanderfolgende Afrikameisterschaften nicht qualifizieren. Doch in einer schwierigen WM-Qualifikationsgruppe erwachte Nigeria zu neuem fußballerischen Leben. 

Nigerias defensiver Mittelfeldmann Ogenyi Onazi blickt immer noch niedergeschlagen auf die verpassten Afrika-Cup-Qualifikationen zurück: “Zu dieser Zeit hatten wir viele Probleme in unserem Land, mit dem Fußballverband, unter den Spielern. Und es war viel Verwirrung in der Mannschaft,” erklärt er gegenüber FIFA.com. Und dann folgte auch noch die Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen. Nigeria kam mit Kamerun, Algerien und Sambia in eine Gruppe. Und war alles andere als Favorit.

Doch dann gelang der Turnaround: “Wir gaben uns nicht auf. Denn wir hatten die Gelegenheit zu zeigen, dass wir wirklich ein Team sind und es schaffen können,” erläutert Onazi den neu entflammten Teamgeist. “Wir sagten uns einfach, dass wir das für jeden Einzelnen machen müssen. Wir gaben unserer ganzes Herzblut vom ersten bis zum letzten Tag.”

Nigeria versus Argentinien: Und täglich grüßt das Murmeltier

Eine wichtige Rolle in dieser Mannschaft nimmt mittlerweile auch der körperlich eher schmächtige, doch extrem engagierte Ogenyi Onazi in der Nationalmannschaft Nigerias ein. Seine Rolle interpretiert er wie folgt: “Fußball ist heute nicht mehr einfach Größe, Gewicht, Physis. Viel wichtiger ist es heutzutage in jedem Teil deines Lebens Fitness aufzubauen. Das ist für mich moderner Fußball. Moderner Fußball, das heißt: Wenn du vor deinem Gegner da sein kannst, ist das das allerwichtigste. [Das zentrale Mittelfeld] ist eine der schwierigsten Positionen im Fußball. Denn dort bestimmt man, auf welche Art und Weise das Spiel gespielt wird. Ob langsam oder schnell. Und wie es sich taktisch entwickelt.”

Diesen Part wird Onazi neben Mannschaftskapitän John Obi Mikel auch bei der WM in Russland wieder übernehmen wollen. Dort kommt es zu einem Wiedersehen mit Dauerkontrahent Argentinien. Unter anderem standen sich die beiden Nationalteams auch bei der WM 2014 in der Vorrunde gegenüber. Argentinien gewann ein packendes Spiel mit 3:2. “Was dich nicht umbringt, macht dich stärker,” betont Onazi den Lerneffekt aus solchen Spielen. “Das ist die Mentalität, die wir brauche. Das wahre Argentinien ist eines der besten Teams der Welt und es wird nicht einfach werden gegen sie. Wenn du etwas tust, versuchst du davon zu lernen, was du schon getan hast, um dich zu verbessern. Also haben wir von unseren Fehlern bei der WM in Brasilien gelernt. Und jetzt ist es an der Zeit, diese auszumerzen und das Beste zu machen, was wir können,” gibt sich Onazi kämpferisch.