Paolo Guerrero: Streit um Doping-Sperre geht in nächste Runde

WM 2018
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Der Rechtsstreit um die von der FIFA verhängten Dopingsperre gegen den peruanischen Profi Paolo Guerrero geht in die nächste Runde. Das Urteil wurde bereits einmal angepasst. Nun prallen Guerrero und die Welt Anti-Doping Agentur WADA erneut aufeinander. Während der Profi eine Aufhebung der Sperre fordert, plädiert die WADA für eine härtere Strafe. Die WM-Teilnahme des Führungsspielers der Nationalmannschaft Perus steht damit immer noch nicht definitiv fest. 

Los ging die scheinbare endlose Saga um den Ex-Bundesliga-Stürmer und die Ungereimtheiten seiner Dopingprobe am 5. Oktober 2017. Nach der Partie gegen Argentinien in der südamerikanischen Staffel der WM-Qualifikation (0:0) wurde durch die Dopingkontrolle ein positives Ergebnis festgestellt. Im Rahmen weiterer Untersuchungen wurde der mittlerweile 33-jährige Angreifer zunächst für 30 Tage, dann beginnend am 3. November 2017 für ein volles Jahr für alle Wettbewerbe gesperrt. Damit hätte er auch die WM in Russland verpasst.

Nach weiteren Anhörungen reduzierte die FIFA die Strafe auf lediglich sechs Monate. Dieses aktuell noch gültige Urteil ließe Guerrero ab dem 3. Mai wieder mit der peruanischen Nationalmannschaft zusammen trainieren und bei der Mitte Juni startenden WM auflaufen. Aktuell hält sich der frühere Profi des FC Bayern München und des Hamburger SV individuell fit.

Er pocht mittels seiner Anwälte aber darauf, dass die Sperre mit sofortiger Wirkung aufgehoben wird. Der Anwalt des Profis erklärt, dass positive Ergebnisse hinsichtlich des Konsums von Kokain auch durch Koka-Blätter, deren Verzehr in der Andenregion kulturell bedingt weit verbreitet ist, hervorgerufen werden können. Allerdings habe sein Mandant nicht einmal Koka-Blätter konsumiert. Lediglich ein Grippe-Mittel habe Guerrero zur betreffenden Zeit verwendet.

WADA fordert harte Strafe für Guerrero – würde das peruanische Team darunter leiden?

Doch die WADA fordert den Internationalen Sportgerichtshof CAS dagegen dazu auf, die Sperre von Guerrero auf ein bis zwei Jahre zu verlängern. Damit würde der peruanische Routinier die WM verpassen. Selbst ein Karriereende des schon 33-Jährigen könnte die Folge sein.

Welche Auswirkungen hätte solch ein härteres Urteil für das peruanische Team? Denn einerseits ist Guerrero ein extrem erfahrener und abgezockter Profi und auch neben dem Platz als extrovertierte Führungsfigur wichtig für die Nationalmannschaft Perus. Andererseits zeigte das junge peruanische Team auch ohne ihren Leitwolf gegen Kroatien (2:0) und Island (3:1) in den zurückliegenden Testspielen bemerkenswert starke Leistungen. Über die Zukunft Paolo Guerreros bezüglich seiner Dopingsperre wird voraussichtlich eine weitere Anhörung am 3. Mai entscheiden.