Paukenschlag in Spanien – Nationalcoach Lopetegui gefeuert!

Spanische Spieler
Spanische Spieler feiern ein Tor bei der WM Qualifikation / Marco Iacobucci EPP / Shutterstock.com

Einen Tag vor WM-Start hat der spanische Verband seinen Nationalcoach Julen Lopetegui mit sofortiger Wirkung entlassen. Grund dafür war, dass Lopetegui nach der WM den vakanten Trainerposten bei Real Madrid übernehmen wird. Der Verband wurde als aktueller Arbeitgeber weder von dem Trainer noch von seinem zukünftigen Klub über die Verhandlungen in Kenntnis gesetzt. Zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel der Furia Roja ist dies nun natürlich eine überaus komplizierte Situation. Ein Nachfolger wurde noch nicht bekanntgegeben.

„Wir waren gezwungen, auf den Nationaltrainer zu verzichten. Wir wünschen ihm viel Glück,“ verkündet der Präsident des spanischen Fußballverbandes Luis Rubiales knapp wie angefressen. „Die Verhandlungen mit Real sind ohne jegliche Information an den spanischen Verband abgelaufen,“ begründet Rubiales die sofortige Entlassung Lopeteguis. Der erfolgreiche ehemalige Nationaltrainer Spaniens habe ihn erst fünf Minuten vor der offiziellen Verkündung Real Madrids, dass Lopetegui nach der WM die Königlichen übernehmen werde, informiert. Auf dieser Basis war eine gemeinsame WM nicht mehr denkbar für den Verbandspräsidenten.

Angaben darüber, wer Nachfolger des 51-Jährigen werden wird, machte Rubiales noch nicht. Doch die Zeit drängt natürlich. Am Freitagabend um 20 Uhr startet Spanien gegen Portugal in die WM. Das Spiel könnte bereits darüber entscheiden, wer Gruppensieger dieser Vorrunde wird. Schließlich warten mit Marokko und dem Iran nur noch zwei deutlich schwächer eingeschätzte Teams als die iberischen Nachbarn.

Lopetegui ungeschlagen entlassen

Noch kurioser als durch den Zeitpunkt sowieso schon wird die Entlassung, wenn man sich Lopeteguis Bilanz als spanischer Nationaltrainer vor Augen führt. In 20 Partien gewann er 14 Mal und sechs Spiele endeten Unentschieden. Keine einzige Partie verlor Lopetegui mit der spanischen Auswahl. In der Mannschaft war der junge Übungsleiter beliebt. Viele der Spieler kannte er schon lange, aus seiner Zeit als Coach der spanischen U19 und U21. Mit beiden Juniorenmannschaften konnte er die Europameisterschaft gewinnen.

Auch Spaniens Fußballlegende Xabi Alonso lobte Julen Lopetegui vor wenigen Tagen noch in höchsten Tönen. „Ich finde, Lopetegui macht seine Arbeit sehr, sehr gut,“ meinte der ehemalige Profi des FC Bayern München und präzisierte: „Er hat ganz klare Vorstellungen. Er hat es geschafft, seinen Spielern deutlich zu vermitteln, was er will, und das ist unabdinglich. Wenn dir das nicht gelingt, wirst du deine Ziele wahrscheinlich nicht erreichen. Das ist ein großes Plus für die Nationalmannschaft.“

Um die Früchte dieser starken Arbeit, nämlich seine Mannschaft auch bei der WM-Endrunde betreuen zu dürfen, hat sich Lopetegui mit seiner zumindest unbedachten Verhandlung mit Real Madrid und dem unpassenden Zeitpunkt der Veröffentlichung nun allerdings selbst gebracht.