Paulinho: Von der Witzfigur zum Heilsbringer

WM 2002 in Japan und Südkorea
Foto: Antonio Thomás Koenigkam Oliveira / Flickr (CC BY 2.0)

Im Sommer wechselte Paulinho für 40 Mio. Euro nach Barcelona. Die Reaktionen der Fans bewegten sich damals zwischen hellem Entsetzen und lautem Lachen. Doch heute, nur ein halbes Jahr später, ist Paulinho aus der Mannschaft Barcelonas nicht mehr wegzudenken. Mit dem Brasilianer in ihren Reihen überrollen die Blau-Roten die spanische Liga. Und er selbst wurde dabei vom vermeintlichen Millionen-Flop zum gefeierten Stammspieler.

40 Mio. Euro!? Für einen Spieler aus der chinesischen Super League?! Für einen 29-Jährigen, der sich bei seiner einzigen vorherigen Station in Europa bei Tottenham Hotspur nicht dauerhaft durchsetzen konnte?! Das waren die Reaktionen als der FC Barcelona die Verpflichtung Paulinhos bekanntgab. Die katalanischen Fans hatten noch den spektakulären Verlust Neymars zu verkraften, da genügte der neue Brasilianer ihren Ansprüchen ganz und gar nicht. Als sich dieser bei seiner offiziellen Vorstellung beim Ball-Hochhalten auch noch etwas hölzern anstellte, brach bereits die geballte Häme über ihm herein.

Sechs Monate später ist davon nicht einmal mehr der letzte Funken geblieben. Der Mann aus Sao Paolo hat in der Hinrunde sämtlichen Zweiflern und Spöttern bewiesen, dass er nicht nur Schritt halten kann in Barcelonas Starensemble, sondern die Blaugrana sogar noch weiterbringen kann. Seit dem zweiten Spieltag kam Paulinho in jeder Partie zum Einsatz. Anfangs wurde er meist noch eingewechselt, nun ist er seit Monaten Stammspieler. In 18 Spielen gelangen ihm bereits acht Treffer und zwei Vorlagen. Barcelona führt La Liga mit 9 Punkten Vorsprung auf Atletico Madrid an. Der ewige Konkurrent Real Madrid liegt sogar uneinholbar erscheinende 14 Zähler zurück.

Paulinho: Das fehlende Puzzlestück in Barcelona und Brasilien

Den Wert Paulinhos stellte Barcelonas Trainer Ernesto Valverde schon bei dessen Vorstellung klar heraus. Denn der Brasilianer vereint technische Fähigkeiten – den Grundpfeiler des Spiels Barcelonas – mit zwei Eigenschaften, die den Katalanen in der Vergangenheit häufig etwas fehlten: direkter Zug nach vorne und körperliche Wucht. Das Spiel Paulinhos ist schnörkellos, kraftvoll, effektiv.

Diese Stärken bringt der 46-fache Nationalspieler (elf Tore) auch in der brasilianischen Nationalmannschaft äußerst erfolgreich ein. Denn auch dort bringt er Kraft und Zweikampfstärke, gepaart mit Torgefahr, in ein Team ein, das gespickt ist mit Künstlern wie Neymar, Coutinho und Firmino. So war Paulinho ein zentrales Puzzlestück bei Brasiliens fantastischer Qualifikationsrunde und wird ebenso wichtig beim großen Ziel der Selecao in Russland: dem Gewinn der Weltmeisterschaft.