Pavard „kann es nicht versprechen“ nächste Saison für Stuttgart aufzulaufen

Frankreich
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Benjamin Pavard war die Entdeckung des Jahres beim VfB Stuttgart. In seiner Premierensaison in der Ersten Bundesliga verpasste der Franzose keine Minute und kam mit dem VfB Stuttgart als Aufsteiger in der Endtabelle auf einen starken siebten Rang. Dass der 22-Jährige daran großen Anteil hatte blieb einerseits nicht Didier Deschamps, Frankreichs Nationaltrainer, der ihn für die WM in Russland nominierte, verborgen. Andererseits machten seine starken Leistungen Pavard auch interessant für zahlungskräftige Klubs aus ganz Europa. Dem VfB möchte der Defensivallrounder vor der WM keine Treue schwören. 

Schließlich könnte Deschamps für den Verteidiger, der in der französischen Nationalmannschaft meist rechts in der Viererkette zum Einsatz kommt, nicht nur einen Kaderplatz, sondern auch einiges an Spielzeit vorgesehen haben. Beim gestrigen 3:1-Sieg der Equipe Tricolore über Italien stand Pavard in seinem fünften Länderspiel zum zweiten Mal über die volle Distanz auf dem Platz. Wie sein Konkurrent auf der Rechtsverteidigerposition im französischen Kader Djibril Sidibe, der mit einem Wechsel vom AS Monaco zu Atletico Madrid in Verbindung gebracht wird, könnte auch Benjamin Pavard die WM dafür nutzen, Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Denn eine definitive Zusage zu einem Verbleib in Stuttgart will der Jung-Profi nicht geben. „Ich kann es nicht versprechen“, meinte der vielseitig einsetzbare Defensivspieler gegenüber Sky bezüglich einer weiteren Saison im Schwabenland. „Denn wenn ich verspreche, dass ich in Stuttgart bleibe, und es dann nicht tue, werden mich die Fans auf dieser Welt nicht mehr mögen. Aber ich will Champions League spielen, ganz klar. Das verstecke ich auch nicht,“ untermauert Pavard seinen persönlichen Ehrgeiz nach ganz oben zu kommen.

Reschke rechnet mit Verkauf von Pavard, aber noch nicht in diesem Sommer

Überstürzen will Benjamin Pavard dabei nichts. Schließlich steht die WM vor der Tür und dem Profi ist klar, dass er seinen Marktwert mit Spielzeit und starken Leistungen auf der größten Bühne des Weltfußballs weiter steigern kann. „Mein Berater und ich werden uns Zeit lassen,“ betont er. „Jetzt steht erstmal die WM an. Wir haben unsere Ideen. Es geht dabei um die Königsklasse. Wir möchten uns nicht unter Druck setzen lassen und schnell entscheiden.“

Alleine entscheiden können Pavard und sein Berater letztlich aber sowieso nichts. Am längeren Hebel sitzt der VfB Stuttgart. Denn erst im vergangenen Dezember verlängerte Pavard seinen Vertrag mit den Schwaben. Und die Konditionen sind günstig für den Verein. Denn das Arbeitspapier läuft bis 2021, ohne Ausstiegsklausel, dafür mit einer einseitigen Option für den Klub, den Vertrag um zwei Jahre zu verlängern. Und Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke betont: „Wir sind null Komma null an einem Verkauf interessiert“, auch wenn er selbstverständlich um die hohen Ziele des französischen Nationalspielers weiß. „Natürlich ist uns bewusst, dass Benjamin in der Zukunft bei einem Top-Klub landen wird. Zur neuen Saison aber halt noch nicht.“ Und auch Pavard könnte es ganz gut tun, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter nicht zu voreilig zu nehmen. Schließlich war es der VfB Stuttgart, der ihn erst zur WM brachte.