Perus zukünftiger Kapitän Tapia: Früher neidisch, heute beneidet

WM 2018
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Sogar von seinen Teamkameraden wird Renato Tapia schon als zukünftiger Kapitän der peruanischen Nationalmannschaft gehandelt. Momentan führt noch der Routinier und Ex-Bundesliga-Legionär Paolo Guerrero das Team Perus als Käpt’n auf das Feld. Doch der zentrale Mittelfeldspieler Tapia bringt alles mit um ihn eines Tages, vielleicht schon nach der anstehenden WM, zu beerben. Einen Blick auf das Turnier in Russland und den langen Weg dorthin wirft der 22-Jährige bei FIFA.com bereits jetzt. 

Auch der peruanische Nationaltrainer Ricardo Gareca ist voll des Lobes über Tapia: “Renato hat Führungsqualitäten. Er ist ein Junge, der das Wort ergreift und selbst die älteren Spieler hören auf ihn.” Und das obwohl der Mann von Feyenoord Rotterdam mit 22 Jahren zu den jüngsten im Team zählt.

Tapia nimmt die Rolle eines Leaders gerne an. Aber er betont auch, dass “dieses Team [Perus, Anm. d. Red.] mehr als einen Führungsspieler hat. Und das ist auch gut so, wenn man bedenkt, was vor uns liegt.” Vor ihnen liegt nämlich die erste WM-Teilnahme Perus seit 1982.

Dort wollen Los Incas ihre Farben würdig vertreten. Einen Einzug ins Achtelfinale hält Tapia für alles andere als unmöglich. “Warum nicht?”, fragt er zu Recht. “Auch wenn es natürlich davon abhängt, dass wir erster oder zweiter in unserer Gruppe werden. Aber Favoritenrollen und Einschätzungen vor einem Turnier zählen gar nichts. Was zählt, ist was auf dem Platz passiert. Und in diesem Sinne fühlen wir uns bereit für die Aufgabe.”

Auch wenn Tapia natürlich um die Schwierigkeit weiß, die Vorrunde mit Frankreich, Dänemark und Australien zu überstehen. Wie hart wird die Gruppe von 1 bis 10? “10! Weder war irgendetwas leicht, noch wird etwas leicht werden. Und wir gehen in kein Spiel als Favoriten. Keiner von uns war je so weit gekommen, also wissen wir noch nicht, wie man eine WM spielt.”

Holland-Legionär Tapia war 2014 neidisch auf Oranje

Als die Niederlande 2014 in Brasilien den dritten Platz erreichte, blickte Renato Tapia neidisch zu den Oranje-Profis auf, die vom ganzen Land gefeiert wurden. Heute hat sich die Blickrichtung umgekehrt. Während die Niederlande im Sommer zu Hause bleiben müssen, feiert Peru seine Helden, die die erste WM-Teilnahme seit 1982 erlangten. “Manche können immer noch nicht glauben, dass wir nach Russland fahren,” lacht Tapia.