Philipp Max: Auch sein Manager glaubt nicht mehr an die WM

WM 2018 Auslosung
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Er ist der beste Torvorbereiter der Liga. Er spielt auf einer Position, auf der immer gute Leute gesucht werden. Und dennoch hat Philipp Max (24) vom FC Augsburg eher geringe Chancen auf die WM im kommenden Sommer in Russland. Augsburgs Manager gibt sich eher pessimistisch.

Dass Philipp Max im deutschen Aufgebot für die Testspiele gegen Spanien am kommenden Freitag und gegen Brasilien (27. März) fehlt, ist schon ein deutliches Indiz dafür, dass der Augsburger eher sehr geringe Chancen auf die Weltmeisterschaft hat. Dennoch überzeugt Max weiterhin mit außergewöhnlichen Leistungen der Bundesliga. Nach 27 Spieltagen steht der Linksverteidiger bei 13 Assists. So viel hatte ein Außenverteidiger zu diesem Zeitpukt der Saison noch nie.

Ein Grund für die Nicht-Nominierung könnte Max‘ Defensivverhalten sein. In der Offensive überragt er regelmäßig, defensiv zeigt er aber noch Schwächen. Zu Beginn der Rückrunde hatte er außerdem einen kleinen Durchhänger. Derzeit stehen Jonas Hector (1. FC Köln) und Marvin Plattenhardt (Hertha BSC) bei Bundestrainer Joachim Löw höher im Kurs.

Augsburgs Manager Stefan Reuter zeigte sich gegenüber dem „kicker“ nicht überrascht: „Er war bisher noch nie dabei. So sehr ich es ihm wünsche, bin ich fast davon ausgegangen, dass es schwierig wird. Wenn nichts mehr passiert, glaube ich nicht, dass Jogi Löw Spieler mit dazu nimmt, die noch nie im Kader waren.“ Grundsätzlich hat Reuter aber viel Lob für seinen Außenverteidiger übrig: „Er spielt insgesamt eine sehr starke Saison, muss nur konsequent seinen Weg weitergehen und das Ziel nie aus den Augen verlieren. Irgendwann wird er dabei sein.“

Wie der Vater so der Sohn?

Max selbst sagt zum Thema: „Ich will mich weitehrin in Zurückhaltung üben. Natürlich ist die Nationalmannschaft das absolute Non-plus-Ultra. Wer als Kind mit dem Fußballspielen anfängt, träumt davon. Aber ich beschäftige mich weiterhin nicht zu sehr damit.“ 2016 war Philipp Max im Kader der deutschen Olympiamannschaft. Mit dem Team von Trainer Horst Hrubesch gewann er in Rio die Silbermedaille. Max kam zu drei Einsätzen. Er erzielte einen Treffer und bereitete ein Tor vor.

Kurios: Auch Philipp Max‘ Vater, der Stürmer Martin Max, überzeugte zu seiner Zeit regelmäßig in der Bundesliga. Doch selbst ein Torschützenkönig-Titel verhalf ihm lange nicht zu einer Nominierung. Der damalige Bundestrainer Rudi Völler berief ihn letztlich aber doch ein einziges Mal. So kam Martin Max bei einem Testspiel im Jahr 2002 gegen Argentinien zu seinem ersten und einzigen Länderspiel.