Platzt die Austragung der WM 2026 in Nordamerika?

WM 2018
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Das Angebot der Vereinigten Staaten für die WM 2026, das lange als in trockenen Tüchern galt, ist nicht zuletzt dank Trumps umstrittenen Reiseverbots in Schwierigkeiten, heißt es in einem neuen Bericht von ESPN. Eine gemeinsame Anstrengung der USA, Kanadas und Mexikos wird nun ernsthaft vom vergleichsweise winzigen Marokko bedroht. Nicht zuletzt wegen Äußerungen und Erlässen von Donald Trump. Der Gastgeber wird am 13. Juni bekannt gegeben. Und die US Fußballfunktionäre werden zunehmend nervös ob der bevorstehenden Entscheidung.

Ungünstige politische Aussagen

Es gibt mehrere Gründe, warum das nordamerikanische Angebot von Marokko durchaus ernstzunehmend angefochten wird. Es speist sich aus einer anti-amerikanischen Stimmung, die größtenteils auf Handlungen von Präsident Donald Trumps Administration beruht. Zu diesen Maßnahmen gehören ein Reiseverbot, das vor allem arabische Länder betrifft, öffentliche Kommentare, die Stereotype aufrechterhalten, und der Gebrauch von Obszönitäten bei der Beschreibung ärmerer Länder. Wegen der Positionen von Trump haben amerikanische Fußballbeamte eine Vielzahl von politisch aufgeladenen Problemen anzusprechen, die noch bis vor kurzem kaum Bestandteil ihres Tagesgeschäfts gewesen sein dürften. Zum Beispiel müssen sie die Idee verteidigen, dass Ausländer tatsächlich in den USA willkommen sind.

Ihre Bedenken sind nicht völlig unbegründet. Der Iran, der sich beispielsweise für die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert hat, ist eine Art Dauermacht im Fußball des Nahen Ostens. Er gehört zu den Ländern, die von Trumps Verbot betroffen wären. Noch gibt es jedoch keine Möglichkeit zu wissen, ob Trumps Verbot 2018 überhaupt wirklich in Kraft treten wird. Ganz zu schweigen von 2026. Doch die Entscheidung, wer denn nun die WM 2026 austrägt, rückt Tag für Tag näher. Und ist vom jetzigen Klima geprägt.

Nordamerika ist eigentlich logischer Kandidat

Die Nicht-Teilnahme des US Nationalteams an der diesjährigen WM hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit der US Funktionäre auch nicht gerade weiter. Das Team scheiterte auf peinliche Weise beim Letzten der Qualifikationsgruppe, Trinidad und Tobago, sodass dafür Panama unverhofft und zum ersten Mal bei einer WM dabei sein wird. Aber allem voran ist es Trumps umstrittene Politik, die die amerikanischen Fußballfunktionäre in Verlegenheit bringt. Und das, obwohl ihr Angebot mit Abstand das Beste ist. Mit der erstmaligen Ausdehnung der Fußballweltmeisterschaft auf 48 Länder im Jahr 2026 galt das Konsortium USA, Kanada und Mexiko als der Favorit. Schon allein der Logistik wegen. Kein anderes Gebot hat die Infrastruktur, Stadien und Hotels für eine Veranstaltung wie die WM nötig. Schon gar nicht in der neu angestrebten Größenordnung. Aber andererseits ist es ja noch acht Jahre hin.

Die jetzigen Turbulenzen sind aber auch zweifelsohne ein Nachhall der alten FIFA-Machtstruktur unter dem gefallenen Präsidenten Sepp Blatter. Der 81-jährige Schweizer Administrator bereicherte sich während der Führung der FIFA von 1998 bis 2015 mit einer Machtbasis aus hauptsächlich asiatischen und afrikanischen Ländern. Er sicherte ihnen Mittel und Privilegien. Sie ihm Stimmen. Die WM Vergabe 2022 an Katar war für viele der offensichtlichste Höhepunkt dieser Machenschaften.

All das kam 2015 zum Stillstand, als das US-Justizministerium 18 hochrangige Fußballfunktionäre aus der ganzen Welt in einer umfassenden Korruptionsuntersuchung anklagte. Blatter wurde in den Anklageschriften nicht genannt, aber sein Ruf war dennoch ruiniert. Er trat bald darauf zurück, als die Schweizer Regierung eine eigene Korruptionsuntersuchung gegen Blatter einleitete. Seit Dezember 2015 ist er komplett aus dem Sport verbannt.

Jetzt ist der Geist von Blatters vergangenem Einfluss zurückgekehrt, um die USA heimzusuchen. Marokkos Angebot wird hauptsächlich von Asien und Südamerika unterstützt – Kontinenten, die Blatter kontrollierte und die unter ihm (bis heute wirksam) großen Einfluss in der FIFA gewannen.

Wieder einmal zeigt sich, dass Fußball vieles ist …. vor allem nicht unpolitisch.

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