Portugal-Star André Gomes über Druck: „Eine Art Hölle“

WM 2018 Nachrichten
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Der nächste Fußball-Profi öffnet sein Herz und spricht ganz offen über Druck, Scham und die Last auf den Schultern. André Gomes (24) vom FC Barcelona hat der Zeitung „Panenka“ nun bemerkenswerte Einblicke in sein Seelenleben gegeben.

Nachdem der deutsche Weltmeister Per Mertesacker (33, Arsenal London) in einem Interview sagte, dass der Druck im Fußball oft unmenschlich sei, hat sich nun der nächste namhafte Profi gemeldet. Im Interview sagte André Gomes: „Ich hatte Angst auf die Straße zu gehen, weil ich mich geschämt habe.“

Der Portugiese war 2016 für 35 Millionen Euro Ablöse vom FC Valencia zum FC Barcelona gewechselt. Er hatte die Erwartungen bislang nicht erfüllen können. Offenbar entstand ein Teufelskreis. Gomes konnte mit der Kritik und dem Druck nicht umgehen. „Ich fühle mich nicht gut auf dem Platz. Die ersten sechs Monate waren gut, aber das änderte sich“, so der Nationalspieler. „Es hat sich in eine Art Hölle verwandelt, der Druck wurde größer.“

Lähmender Druck für André Gomes – wie geht es nun weiter?

Es ist ein lähmender Druck, der vor allem in Spielen entsteht. „Im Training habe ich mich wohl gefühlt. Aber das Selbstwertgefühl wurde weniger, ich hatte immer noch das schlechte Spiel von vor ein, zwei Tagen im Kopf“, so Gomes. Es wurde schließlich so heftig, dass der Europameister das Haus nicht mehr verlassen wollte: „Mehrmals passierte es mir, dass ich nicht auf die Straße gehen wollte. Dass die Leute mich anglotzen könnten, das machte mir Angst auf die Straße zu gehen, weil ich mich geschämt habe. Meine Freunde sagten mir, dass ich mit angezogener Handbremse lebe.“

Deutliche Worte vom Mittelfeldspieler. Nun ist völlig offen, wie der FC Barcelona mit seinen Aussagen umgehen wird. Der Portugiese hat noch Vertrag bis zum Jahr 2021. In der aktuellen Spielzeit absolvierte Gomes 25 Pflichtspiele (eine Vorlage) für Barcelona.

Für das portugiesische Nationalteam kommt er bislang auf 27 Länderspiele (fünf Vorlagen). Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreicht bestritt er fünf Partien und wurde schließlich Europameister. Trotz seiner schwierigen Situation beim FC Barcelona gilt seine Nominierung für den Kader der Weltmeisterschaft in Russland als sicher. Portugal trifft in Gruppe B auf Spanien, Marokko und den Iran.