Quo vadis Russland: Wie weit kommt der WM-Gastgeber?

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Die Euphorie ist beim Gastgeber ist verflogen! Russland hat mit Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien auf dem Papier aber eigentlich machbare Aufgaben in Gruppe A zugelost bekommen. Allerdings konnte das Team in den bisherigen Testspielen kaum überzeugen. Zuletzt setzte es eine 0:1-Pleite gegen Österreich. Schafft es Trainer Stanislav Cherchesov nicht, ein schlagkräftiges Team zu formen, könnte bereits nach der Vorrunde Schluss sein.

Platzt der Traum bereits nach wenigen Tagen? Als Russland den Zuschlag als WM-Gastgeber erhielt, wuchsen die Träume bis in den Himmel. Die Russen hatten gehofft, bis Sommer 2018 eine Mannschaft zu haben, die im eigenen Land um den Titel mitspielen kann. Russland gilt nun aber nicht nur nicht als Favorit, viele Experten glauben nicht mal an ein Weiterkommen in der Gruppe – obwohl diese eigentlich machbar wäre.

Uruguay ist sicherlich der härteste Brocken. Das Team ist für jede Mannschaft der Welt unangenehm zu bespielen, verfügt über beinharte, aber auch spielstarke Akteure in der Defensive wie Offensive. Vorne stehen den Südamerikanern mit Edinson Cavani (Paris) und Luis Suarez (Barcelona) absolute Weltklasse-Stürmer zur Verfügung.

Saudi-Arabien wird als schwächster Gruppengegner eingeschätzt. Gegen die Saudis absolvieren die Russen das Eröffnungsspiel des Turniers. Ägypten ist das dagegen eine große Unbekannte. Auf dem Papier sicher Außenseiter, doch teilweise beeindruckend in der WM-Qualifikation. Hinzu kommt, dass sie mit Mohamed Salah einen der besten Angreifer Welt in ihrem Team haben. Allerdings muss derzeit noch gebangt werden, ob der Liverpool-Stürmer rechtzeitig fit wird, nachdem er sich im Champions-League-Finale verletzt hatte. Ohne Salah ließ Ägypten nun auch in einem Testspiel gegen Kolumbien (0:0) durchaus aufhorchen.

Russland ohne Weltklasse-Spieler

Wer kommt weiter? Die Gruppe A ist nicht so schlecht, wie sie von manchen Experten gemacht wird. Allerdings sind die Stärken von Teams wie Ägypten und eben Russland auch nur schwer einzuschätzen. Es könnte auf einen souveränen Gruppensieg von Uruguay hinauslaufen. Dahinter würden sich Ägypten und Russland um Platz zwei streiten. Beide Teams treffen im zweiten Gruppenspiel am 19. Juni direkt aufeinander.

Im Gegensatz zu Uruguay und Ägypten verfügt Russland über keinerlei Weltklasse-Spieler. Die größten Hoffnungen ruhen auf Fedor Smolov (Angriff, FK Krasnodar, 31 Länderspiele, 12 Tore) und Alan Dzagoev (Zentrales Mittelfeld, ZSKA Moskau, 56 Länderspiele, 9 Tore, 7 Vorlagen).

Sollte Russland das Achtelfinale erreichen, würde ein Gegner aus Gruppe B warten. Das dürfte entweder Portugal oder Spanien sein. Sollte Cherchesov es nicht schaffen, ein Kollektiv zu schaffen, das mit einem überragenden Spirit spielerische Defizite wett machen kann, so wird sich der Gastgeber spätestens im Achtelfinale aus dem Turnier verabschieden. Alles andere würde an ein Wunder grenzen. Hoffentlich wissen die Verantwortlichen ein Achtelfinale aber auch bereits als Erfolg einzustufen.