Rani Khedira sagt WM-Teilnahme mit Tunesien freiwillig ab

Rani Khedira sagt WM-Teilnahme mit Tunesien freiwillig ab
foto2press

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es immer wieder Gerüchte, dass Rani Khedira kommenden Sommer für Tunesien bei der WM 2018 spielen könnte. Nun hat sich der 24-jährige Profi vom FC Augsburg selbst zu den Spekulationen geäußert dem Heimatland seines Vaters eine Absage erteilt.

Von der U15 bis zur U21 hat Rani Khedira alle deutschen Jugend-Nationalmannschaften durchlaufen, der Sprung in die A-Nationalmannschaft ist ihm bis dato noch nicht gelungen. Dennoch stand der 24-jährige Mittelfeldspieler kurz davor an der bevorstehenden WM 2018 teilzunehmen. Der tunesische Fußballverband wollte Khedira mit zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft nehmen, dieser verzichtet jedoch freiwillig auf eine WM-Teilnahme.

Rani Khedira: Ich will keinem von ihnen den Platz wegnehmen

Khedira äußerte sich im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch zu seiner Absage an den tunesischen Verband und betonte dabei, dass dies keine einfache Entscheidung für ihn gewesen sei: “Es war ein langer Entscheidungsprozess. Ich trage beide Länder im Herzen, aber am Ende ist es für mich die richtige Entscheidung. Der tunesische Verband hat sehr verständnisvoll auf meine Entscheidung reagiert.”

Als Grund für diesen Schritt führte Khedira “Kommunikationsprobleme” an: “Es erfüllt mich mit Stolz, dass sie an mich gedacht haben. Aber ich bin in Deutschland geboren und spreche nur Deutsch. Das war ausschlaggebend. Die Kommunikation auf dem Platz ist für mich wichtig – da ich nur Deutsch spreche, wird das schwierig.”

Aber nicht nur die sprachlichen Barrieren haben Khedira davon abgehalten diese einmalige Chance abzulehnen, auch die Tatsache, dass er sich ins “gemachte Nest” setzen würde hat ihm nicht gefallen: “Zudem gibt es Spieler, die seit Jahren für Tunesien die Knochen hinhalten. Ich will keinem von ihnen den Platz wegnehmen.”

Die Einstellung von Khedira ist sicherlich lobenswert, es gibt nicht viele Profis die bei solchem einem Angebot dankend abgelehnt hätten. Für die Fans in Tunesien und den Verband ist die Absage sicherlich bitter, denn Khedira wäre als gestandener Bundesliga-Profi sicherlich eine Bereicherung für die Nord-Afrikaner gewesen. Auch ein “Bruder-Duell” zwischen Sami Khedira und Rani Khedira wäre sicherlich spannend geworden, sowie bei der WM 2010 in Südafrika, als sich Jerome Boateng und Kevin-Prince Boateng gegenüberstanden.

Tunesien trifft bei der WM 2018 in der Vorrundengruppe G auf England, Belgien und Panama. Die “Die Adler von Karthago” haben zuletzt 2006 in Deutschland an einer WM-Endrunde teilgenommen. Insgesamt hat man bei vier Fußball-Weltmeisterschaften noch nie den Sprung in die K.O.-Runde geschafft Auch bei der WM 2018 in Russland hat Tunesien nur Außenseiterchancen gegen die Top-Favoriten England und Belgien.