Rurik Gislason: Erst Sandhausen und dann Messi?

WM 2018 Nachrichten
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Island-Premiere im beschaulichen Sandhausen. Winter-Neuzugang Rurik Gislason erzielte seinen ersten Treffer für den SV Sandhausen – beim 1:1 im Zweitliga-Spiel gegen Erzgebirge Aue. Der Isländer hat zuletzt mit starken Auftritten überzeugt und darf weiterhin von der WM in Russland träumen.

Nachdem Gislason im Winter von Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Nürnberg zum SV Sandhausen wechselte, erkämpfte er sich sofort einen Stammplatz. Aufgrund seiner Vielseitigkeit kam der Isländer bislang fast in jedem Spiel auf einer anderen Position zum Einsatz. Gegen Aue hatte Trainer Kocak ihn in der zweiten Halbzeit von der Abwehr in den Sturm beordert. Mit Erfolg: In der 69. Minute traf Gislason nach Zuspiel von Sukuta-Pasu zum 1:1 – sein erster Treffer für Sandhausen.

Gislason hat in Sandhausen lediglich einen Vertrag bis Saisonende. Mit guten Leistungen will er sich für den Kader der isländischen Nationalmannschaft empfehlen. Das Team tritt bei der WM in Russland in Gruppe D gegen Kroatien, Nigeria und Argentinien mit Superstar Lionel Messi an. Gislason absolvierte bislang 43 Länderspiele, erzielte drei Tore und bereitete drei weitere Tore vor. Zuletzt gehörte er stets zum Kader, musste aber aufgrund seiner schmalen Einsatzzeiten in Nürnberg um die WM-Teilnahme bangen.

Gislason fühlt sich überall wohl, nur nicht im Tor

Dem “Sport-Kurier Mannheim” gegenüber sagte Gislason, dass er sehr glücklich sei, dass man in Sandhausen nun auf ihn setze. Dennoch müsse von Woche zu Woche der Fokus geschärft werden: “Erfahrungsgemäß lässt gegen Saisonende die Konzentration meist etwas nach. In einer ausgeglichenen Liga, in der Jeder gegen jeden gewinnen kann, muss man immer alles geben. Ich bin sehr fokussiert und denke nur an das nächste Spiel. Es ist fantastisch in Sandhausen eine neue Chance bekommen zu haben, daher bin ich als Teamplayer sehr glücklich, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.”

Über seine taktische Flexibilität sagte Gislason: “In der Nationalmannschaft habe ich zuletzt als Rechtsverteidiger gespielt. Ich versuche immer meinen Job zu 100% zu machen – nur nicht als Torwart.” Bleiben seine Leistungen in der zweiten Bundesliga so konstant stark, dürfte er ein Teil des isländischen WM-Kaders werden.

Bevor Gislason im Winter nach Sandhausen wechselte, spielte er zweieinhalb Jahre in Nürnberg, kam jedoch nie richtig auf die Beine. In lediglich 35 Pflichtspielen gelang ihm kein einziger Treffer (eine Vorlage) – obwohl er meist in der Offensive eingesetzt wurde.