Russland: Nach Testspiel-Niederlagen auch noch Rassimusvorwürfe

Die russische Nationalmannschaft

Knüppeldick kommt es in dieser Länderspielpause für WM-Gastgeber Russland. Auf und neben dem Platz. Denn einerseits musste die Sbornaja sowohl gegen Brasilien, als auch gegen Frankreich zwei herbe Niederlagen hinnehmen. Aus der zweiten Partie gegen Les Bleus droht Russland nun noch ein Nachspiel. Denn dunkelhäutige Spieler Frankreichs sollen in St. Petersburg von den Rängen rassistisch beleidigt worden sein. Die FIFA hat Untersuchungen der Vorwürfe eingeleitet. 

Noch hält sich die FIFA bedeckt: “Bis wir alle verfügbaren Informationen ausgewertet haben, können wir keine weiteren Kommentare abgeben.” Weiter äußert sich der Fußball-Weltverband zu den von französischer Seite verlautbarten Vorwürfen noch nicht. Ein Mitarbeiter der Organisation “Football Against Racism in Europe” soll in St. Petersburg live im Stadion gewesen sein. Der russische Verband will derweil keinerlei rassistische Beleidigungen im Stadion vernommen haben. Falls notwendig, wird der Fall aber untersucht werden, gibt der RFS bekannt.

Deutlicher gegen Fremdenhass positioniert sich Frankreichs Sportministerin Laura Flessel: “Rassismus hat keinen Platz auf Fußballplätzen. Wir müssen gemeinsam auf europäischer und internationaler Ebene handeln, um dieses inakzeptable Verhalten zu stoppen.” Die Bereitschaft, dieses Ziel umzusetzen, wird nun die FIFA zeigen müssen.

Russland auch auf dem Platz noch nicht in WM-Form

Als offene Gastgeber für die Fußballwelt präsentiert sich Russland also in diesen Tagen sicherlich nicht. Und auch auf dem Platz sind die Russen weit entfernt von einer vielversprechenden WM-Form. Freilich lud sich die Sbornaja mit Brasilien und Frankreich zwei große Mannschaften und Mitfavoriten auf den WM-Titel zu Testspielen ein. Doch die Ergebnisse sind dennoch erschreckend. 3:0 und 3:1 verloren die Russen und erweckten zu keiner Zeit den Eindruck, wirkliche Gegenwehr leisten zu können.

Bei der Heim-WM trifft Russland in der Vorrunde auf den großen Favoriten der Gruppe Uruguay, die sich in der Länderspielpause bereits in starker Form präsentierten (2:0 gegen Tschechien, 1:0 gegen Wales). Außerdem befinden sich in der Gruppe noch Saudi-Arabien, der Gegner Russland im Eröffnungsspiel, sowie Ägypten. Die Nordafrikaner könnten der heißeste Konkurrent Russlands um den Achtelfinaleinzug neben Uruguay aus der Gruppe A werden. Bis dahin gilt es noch einiges für den WM-Gastgeber zu verbessern. Auf dem Platz genauso wie auf den Tribünen.