Saudi-Arabien: Legende Al Jaber blickt auf saudische WM-Chancen

WM 2018 Russland
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Sami Al Jaber ist unbestritten die größte Legende, die der saudische Fußball hervorgebracht hat. Auf vier WM-Teilnahmen blickt der Stürmer zurück. Und hat dabei die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Im Gespräch mit FIFA.com wird der spezielle Zauber einer WM deutlich. Gerade für kleinere Nationen und Fußballverbände. Auch zu den Chancen der heutigen saudischen Nationalmannschaft unter Neu-Nationaltrainer Juan Antonio Pizzi hat Al Jaber eine fachkundige Meinung. 

Auf insgesamt 156 Länderspiele und 46 Tore brachte es Al Jaber während seiner über 13 Jahre lang andauernden Nationalmannschaftskarriere für Saudi-Arabien. Dabei sind ihm drei Treffer besonders wichtig. Denn diese erzielte er bei WM-Endrunden. Unter anderem traf Al Jaber bei seiner ersten Teilnahme 1994, sowie bei seinem letzten Turnier 2006.

Auf diesen letzen Treffer bei der WM 2006 in München gegen Tunesien blickt Al Jaber besonders emotional zurück: “Als ich mich allein vor dem Torhüter wiederfand, ist mein Fussballerleben noch einmal an mir vorbeigezogen. Dieses Tor hat es mir ermöglicht, meine Laufbahn zu krönen, bevor ich meinen Rücktritt ankündige.”

Al Jaber: WM wird unvergessliche Erinnerungen bringen

Seit der WM in Deutschland konnte sich die Nationalmannschaft aus Saudi-Arabien für keine Endrunde mehr qualifizieren. Umso mehr freut sich die Legende des arabischen Fußballs, dass es nun in Russland so weit ist. Und die Auslosung hatte noch eine Extra-Freude für Saudi-Arabien parat. Gegen den Gastgeber werden sie das Eröffnungsspiel bestreiten.

Auch Al Jaber ist begeistert von diesem Los: “Wir haben viel Glück gehabt, denn wir dürfen zum ersten Mal das Eröffnungsspiel der WM bestreiten. Millionen von Menschen werden den Auftritt Saudiarabiens nach der langjährigen Abwesenheit von der Weltbühne verfolgen. Bei diesem Spiel würde ich zu gern selbst auf dem Platz stehen!”

In die WM geht Saudi-Arabien mit einem neuen Nationaltrainer, dem Spanier Juan Antonio Pizzi. Nach der verpassten WM-Qualifikation mit Chile musste er dort seinen Hut nehmen. Nun fährt zumindest der Coach doch noch nach Russland, mit der Nationalelf von Saudi-Arabien. “Das ist ein toller Mensch und ein guter Trainer,” zeigt sich Al Jaber zufrieden. “Er hat mit Chile bei der Copa América und beim Konföderationen-Pokal im letzten Jahr fundierte Erfahrungen gesammelt.”

Auch mit diesem erfahrenen Nationaltrainer und trotz dem Leih-Geschäft einiger Spieler in die spanische Liga ist Saudi-Arabien in einer vermeintlich leichten Gruppe mit Uruguay, Ägypten und Gastgeber Russland klarer Außenseiter. Und auch wenn am Ende tatsächlich das Vorrunden-Aus stehen sollte, prophezeit Al Jaber der neuen saudischen Spieler-Generation bei der WM “einfach nur eine unvergessliche Erinnerung.”