Sebastian Rudy: Trotz Bayern-Bank “auf jeden Fall” zur WM

WM 2018 Auslosung
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Nationalspieler Sebastian Rudy ist unzufrieden mit seiner Rolle beim FC Bayern München. Zuletzt hatte der Ex-Hoffenheimer nur noch einen Bankplatz inne. Dennoch ist Rudy optimistisch, bei der WM im kommenden Sommer in Russland mit dabei zu sein.

Bis auf Manuel Neuer und Kingsley Coman sind derzeit alle Bayernspieler fit. Trainer Jupp Heynckes kann also fast aus dem Vollen schöpfen. Der defensive Mittelfeldmann Rudy war deshalb zuletzt eher außen vor. Im vergangenen Sommer war der Nationalspieler ablösefrei von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern München gewechselt.

In der Hinrunde stand er unter Carlo Ancelotti durchaus häufig in der Startelf, auch in wichtigen Spielen. Seitdem Heynckes Trainer ist, verringerte sich die Anzahl der Verletzten. Rudy fand sich auf der Bank wieder. Gegen Besiktas Istanbul und gegen den FC Schalke 04 war der Mittelfeldmann nicht einmal im Kader des Rekordmeisters. “Bank oder Tribüne sind nicht mein Anspruch”, so Rudy im “kicker”. “Diese Situation braucht natürlich kein Spieler, weil man halt meint, dass man eigentlich dabei sein müsste.”

Sebastian Rudy ist ein eher ruhiger und unscheinbarer Spielertyp. Selbstinszenierung ist nicht sein Ding. Dennoch möchte er sich optimal im defensiven Mittelfeld positionieren. “Da kann ich meine Stärken am besten einsetzen”, so Rudy. Er hat allerdings auch bereits die Position des rechten Verteidigers bekleidet. Rudy sagt aber deutlich, dass er “nicht mehr herumgeschoben werden” möchte. Er sehe sich selbst als “Typ, der den Ball will und verteilt. Der auch die anderen gerne bedient und ihnen den Rücken freihält.” Eine “üble Showgrätsche” liege ihm allerdings nicht. Er würde keine “zehn Grätschen machen, nur um aggressiv zu erscheinen.” Diese Interview-Passagen wirken fast wie ein Seitenhieb auf Mittelfeldkonkurrent Arturo Vidal. Auch die Statistik ist in diesem Zusammenhang sehr interessant: Rudy gewann 60 Prozent seiner Zweikampfduelle in der laufenden Saison. Vidal dagegen nur rund 52 Prozent. “Das sagt doch sehr viel aus”, so Rudy.

Es mangelt Rudy an Robustheit und Torgefährlichkeit

Bayerntrainer Jupp Heynckes findet, dass bei Rudy “das robuste Element” etwas fehle. Rudy selbst sagt, dass er durchaus noch egoistischer agieren müsste. “Das bin ich noch zu wenig”, so der 28-Jährige. Auch die Torgefährlichkeit lässt zu wünschen übrig. “Da muss ich entschlossener werden” sagt er selbst. Rudy kommt in dieser Spielzeit auf 25 Pflichtspiele für die Bayern. Ein Tor gelang ihm nicht (zwei Vorlagen).

In der deutschen Nationalmannschaft stand Sebastian Rudy bei Bundestrainer Joachim Löw stets hoch im Kurs. Der Confed-Cup-Sieger kommt bislang auf 24 Länderspiele (ein Tor, zwei Vorlagen). Die WM in Russland könnte Rudys erstes großes Turnier werden, bei dem er eine größere Rolle spielen könnte. Rudy gehe davon aus, “auf jeden Fall” in Löws Aufgebot zu stehen. Der Trainer habe ihm immer positives Feedback gegeben. Dennoch möchte er sich bis zur Weltmeisterschaft auch wieder ins Team der Bayern kämpfen: “Ich bin nicht hierher gekommen, um schon nach einem Jahr wieder zu gehen.” Der 28-Jährige gibt sich also betont kämpferisch.