Serbiens Coach Krstajic spürt Druck, aber keine Angst vor WM-Debüt

Mladen Krstajic
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Der ehemalige Bundesliga-Verteidiger von Werder Bremen und Schalke 04 Mladen Krstajic weiß erst seit Anfang diesen Jahres, dass er seine Nation Serbien als Cheftrainer zur WM führen darf. Davor sprang der junge Fußballlehrer als Interimscoach ein. Erfahrung hat der langjährige Deutschland-Legionär als Trainer noch keine vorzuweisen. Doch das macht dem 44-Jährigen keine Angst. Ebenso wenig wie die Gegner, auf die sein serbisches Team in der Vorrunde treffen wird.

Vor seinem ersten Turnier als Chefcoach einer Mannschaft, und dann auch noch gleich einer Weltmeisterschaft, verspürt Krstajic vor allem Vorfreude. „Es ist schon ein Privileg, ein Fan auf den Rängen sein und seine Mannschaft in einem wichtigen Match unterstützen zu können,“ erläutert der Serbe. „Stell dir vor, wie es ist der Mann zu sein, der das Team in ein gigantisches Turnier wie die WM führt. Es ist ohne Zweifel eine große Aufgabe und große Verantwortung. Aber es ist auch eine Ehre, sein Land in der bestmöglichen Art vertreten zu können.“

Für jeden Trainer ist dies eine mentale Ausnahmesituation. Umso schlimmer muss es dann doch für einen Neuling in diesem Fach sein. „Bezüglich des Drucks glaube ich, dass es völlig normal ist, dass er für mich existiert,“ entgegnet Krstajic. „Ich habe keine Angst. Tolle Kollegen stehen mir in meinem Trainerteam zur Seite. Das Wissen, das ich habe, und die Dinge, die mir fehlen, ergänzen sich gut mit meinem Trainerteam.“ Ganz allein sieht sich der ehemalige Innenverteidiger der Aufgabe Weltmeisterschaft nicht gegenüber. Auch wenn er natürlich die Verantwortung über das Erreichte tragen wird – positiv, wie negativ.

Außenseiterstatus in Vorrunde beunruhigt Krstajic nicht

Gemäß der FIFA-Weltrangliste ist Serbien in der Vorrundengruppe mit Brasilien, der Schweiz und Costa Rica der Außenseiter. Das kleine Land in Osteuropa ist das am niedrigsten positionierte der Gruppe. Doch das bedeutet für Krstajic rein gar nichts. „Vor der Qualifikation war Österreich Favorit in unserer Gruppe, zusammen mit Irland und Wales,“ blickt der 44-Jährige zurück auf die WM-Quali. „Wir waren als viertes Team dabei, über das sich die anderen nicht zu viele Gedanken gemacht hatten. Aber mit einer guten Atmosphäre und der Freundschaft, die wir untereinander während der Qualifikationsrunde hatten, erreichten wir den ersten Platz und qualifizierten uns für die WM. Deshalb glaube ich, dass diese Spieler [Serbiens] genauso viel Qualität haben, wie sie Charakter haben, um ein großartiges Turnier zu spielen.“

Dass die Gruppenphase kein Zuckerschlecken wird, ist dem Trainernovizen dennoch klar. „Wir haben sicherlich keine leichten Gegner. Behält man im Kopf, dass Costa Rica 25. der FIFA-Rangliste ist, die Schweiz Sechster, Brasilien Zweiter und Serbien 35., zeigt das, welche Herausforderung wartet. Dennoch werden wir andererseits nicht unsere Chancen in der Gruppenphase außer Acht lassen.“

Der Schlüssel zum Erfolg könnte dabei im Auftaktmatch gegen den vermeintlich leichtesten Gegner liegen. „Costa Rica ist gemäß dem FIFA-Ranking das schwächste Team, gegen das wir antreten werden. Wir starten gegen Costa Rica. Auch gegen die Schweiz und Brasilien werden wir uns vollkommen konzentrieren. Aber das erste Spiel ist immer das wichtigste.“ Mit einem guten Start gegen die Mittelamerikaner hofft Krstajic auf genug Rückenwind für den Achtelfinaleinzug.