Shakhtar-Brasilianer zaubern, doch wer hat WM-Chancen?

Brasilien
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Shakhtar Donetsk setzte ein gehöriges Ausrufezeichen in der Champions League und entwickelt sich langsam zum Italo-Schreck. Nachdem die Ukrainer in der Gruppenphase bereits den SSC Napoli auf Platz Drei und somit in die Europa League verdrängten, errangen sie nun auch im Achtelfinale einen 2:1-Heimerfolg über den AS Rom. Gerade die Brasilianer in Diensten von Donetsk verzauberten die italienischen Hauptstädter. Dass es nicht zu einer höheren Niederlage und noch schwereren Ausgangssituation vor dem Rückspiel kam, haben die Römer ihrem ebenfalls brasilianischen Torwart Alisson Becker zu verdanken. 

Doch wer sind die fünf eingesetzten Shakhtar-Brasilianer, die gerade in den zweiten 45 Minuten des Achtelfinal-Hinspiels in der Champions League so sehr für Furore gesorgt hatten? Und werden wir sie bei der WM wiedersehen? Der Nationaltrainer der Selecao Tite hat ja schon 15 Stammkräfte Brasiliens, mit denen er für die WM plant, bekanntgegeben. Bleiben alle fit, sind also noch acht Plätze im WM-Kader der Brasilianer frei. Welcher der Donetsk-Brasileiros könnte einen dieser Restplätze ergattern und von der Ukraine direkt zur WM nach Russland reisen?

Ismaily: Der Linksverteidiger spielte eine Partie mit Licht und Schatten. Hatte er gerade in den ersten 45 Minuten noch so seine liebe Not mit seinem türkischen Gegenspieler Cengiz Ünder, dem er auch bei dessen Tor zum 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht folgen konnte, steigerte er sich wie die gesamte Donetsk-Elf nach der Pause deutlich. Nun er war defensiv sicherer und offensiver Antreiber über die starke linke Seite der Ukrainer. Für einen Platz im WM-Kader wird es dennoch nicht reichen. Dazu ist spielt er zu unauffällig und die Konkurrenz auf der linken Seite der brasilianischen Nationalmannschaft ist in Marcelo, Alex Sandro, Filipe Luis oder Leverkusens Wendell schlicht zu groß.

Fred: Lange dauerte es bis die Mauer richtig positioniert war und Fred endlich zum Freistoß antreten durfte. Doch was lange währt, wird endlich gut. Schien zunächst noch als würde der Ball in Reihe 16 hinter dem Tor einschlagen, fiel er plötzlich mit viel Schnitt nach unten, titschte kurz die Unterkante der Latte an und landete im Netz. Ein Zaubertor von Fred. Dabei ist der eigentlich defensiver Mittelfeldspieler. Im Winter wurde er massiv von Pep Guardiola umworben. Er will ihn bei ManCity zum Nachfolger von Fernandinho aufbauen. Gut möglich, dass der 6-malige Nationalspieler Fred in als Ersatzmann des Routiniers auch mit zur WM nach Russland darf.

Marlos: Bei keinem der vier anderen Donetsk-Brasilianer in unserem Portrait ist es so einfach wie bei Marlos die WM-Chancen zu benennen. Die liegen bei dem Rechtsaußen nämlich bei genau 0 Prozent. Das liegt daran, dass der 29-Jährige auf internationaler Ebene nicht für sein Heimatland, sondern für die Ukraine antritt. Dazu musste er lediglich fünf Jahre in seiner neuen Wahlheimat leben und Fußball spielen. Trotz ansprechender Leistung in der Champions League gegen die Roma hätte der 3-fache ukrainische Nationalspieler keine Chance sich gegen Konkurrenten wie Willian, Coutinho oder Douglas Costa durchzusetzen.

Taison: Besser sind die aussichten für Taison. Der 30-jährige Offensivspieler, der am liebsten zentral oder links eingesetzt wird, stand während der letzten beiden Testspiele im vergangenen Novembar mit im brasilianischen Aufgebot. Beim 3:1-Sieg gegen Japan wurde er für knapp 20 Minuten eingewechselt. Das 0:0 gegen England erlebte er über 90 Minuten von der Bank aus. Auch in Russland wäre er lediglich für die Back-Up-Rolle vorgesehen. Doch schon eine Nominierung wäre für ihn ein großer Erfolg.

Bernard: Doch einer von Taisons ärgsten Konkurrenten lauert im eigenen Team und hört auf den Namen Bernard. Wie Taison spielt die 25-jährige Zaubermaus am liebsten Linksaußen oder auf der 10. Als einer der stärksten Spieler auf dem Platz im Champions League Achtelfinal gegen Rom bringt er es auch schon auf fünfzehn Länderspiele. Doch die verliefen nicht alle gut. Unter anderem scheiterte er bei der WM 2014 im Halbfinale gegen Deutschland daran, den verletzten Superstar Neymar zu vertreten. Das Spiel endete, wie wir uns alle erinnern, 1:7 aus Sicht der Brasilianer. Nach der WM im eigenen Land erhielt er keine weiteren Bewährungschancen in der Nationalmannschaft, doch mit Gala-Auftritten wie gegen die Roma bewirbt er sich eifrig für eine Rückkehr in den Kreis der Selecao.