Südamerika lässt in WM-Tests aufhorchen

WM 2018
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Bereits Freitag am frühen Nachmittag bezwang Uruguay Tschechien mit 2:0. Und die anderen südamerikanischen WM-Teilnehmer ließen sich nicht lumpen und zogen mit eigenen Siegen gegen schwere Gegner nach. So besiegte zum Beispiel Peru die favorisierten Kroaten. Brasilien wies WM-Ausrichter Russland zwar ohne den großen Glanz, aber dennoch deutlich in ihre Schranken. Argentinien spielte den Partycrasher bei Gianluigi Buffons Rückkehr in das Tor der Squadra Azzura. Und Kolumbien feierte gegen Frankreich eine torreiche Aufholjagd. 

Peru – Kroatien 2:0 : Gerade Peru ließ von den südamerikanischen Teams aufhorchen. Denn sie trafen auf die stark eingeschätzten Kroaten. Und zeigten sich von Anfang an selbstbewusst. Die in letzter Minute auf den Relegationsplatz der südamerikanischen Qualifikation gesprungenen Peruaner schossen sich bereits in der zwölften Minute in Person von Carrillo in Führung. Nach der Pause legte Flores zum 2:0 nach. Und selbst die gelb-rote Karte für Yotun konnte Peru nicht mehr schocken. Ein Ausrufezeichen für die WM!

Russland – Brasilien 0:3 : Auf den wegen der fehlenden Qualifikation schwer einschätzbaren WM-Gastgeber Russland wartete ein echter Härtetest mit Brasilien. Die gewannen nämlich die südamerikanische Qualifikation souverän und gelten als einer der Titel-Favoriten für die WM. Und dementsprechende gewann die Selecao auch 3:0 gegen Russland. Doch wirklich glanzvoll war der Auftritt nicht. In der ersten Halbzeit bissen sich die brasilianischen Offensivkünstler immer wieder die Zähne an der russischen Defensive aus. Doch mit einem Dreifach-Schlag zwischen der 53. und 66. Minute durch Miranda, Coutinho per Elfmeter und Paulinho gelang schlussendlich doch ein deutlicher wie verdienter Sieg der Mannschaft aus Südamerika.

WM-Teilnehmer aus Südamerika: 5 Spiele, 5 Siege

Argentinien – Italien 2:0 : Ohne Lionel Messi, dafür mit einem Angel di Maria in Spiellaune trat die argentinische Nationalelf gegen Italien an. Die hatten Altmeister Gianluigi Buffon noch einmal im Tor reaktiviert. Und trotz einem der besten Torhüter unserer Zeit mussten die Italiener, die tragisch gegen Schweden die erste WM-Endrunde seit 1958 verpassten, eine 0:2-Niederlage hinnehmen. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit vergab erst Italiens Insigne die riesige Gelegenheit zum 1:0. Die nutzte nach weiteren vergebenen italienischen Chancen Argentinien durch den eingewechselten Ever Banega. Und damit nicht genug. Zehn Zeigerumdrehungen, in der 85. Minute erhöhte Manuel Lanzini zum 2:0 Endstand.

Frankreich – Kolumbien 2:3 : Welchen Wert eine klassische Nummer Neun haben kann, bewies Olivier Giroud für Frankreich. Denn der routinierte Mittelstürmer stellte in der elften Minute auf 1:0 für Les Bleus. Nach flacher Flanke von Digne hatte Kolumbiens Nummer 1 Ospina entscheidend gepatzt. Beim 2:0 war der Schlussmann des Teams aus Südamerika aber machtlos. Thomas Lemar vollendete eine starke Kombination mit viel Wucht. Doch in der 28. Minute, nur zwei Minuten später, erzielte Luis Muriel mit einem als Flanke geplanten Schuss, den Falcao nicht mehr erwischte, ins lange Eck den Anschlusstreffer. Falcao sollte aber auch noch sein Tor bekommen. Nach starker James-Vorlage vollendete er zum Ausgleich. Und fünf Minuten vor Schluss sorgte Quintero per Elfmeter sogar noch für den Sieg Kolumbiens.

Natürlich waren das alles nur Tests. Doch ein erstes Ausrufezeichen sendeten die südamerikanischen Teams definitiv an ihre WM-Gruppengegner. Vor allem Peru lässt aufhorchen. Und mit Dänemark, Frankreich und Australien in ihrer Vorrunde ist ein Weiterkommen durchaus gut möglich.