Super-Joker Ben Yedder bombt Sevilla ins Viertelfinale

Frankreich
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Groß war der Jubel nach Manchester Uniteds 2:1 über Erzfeind Liverpool am vergangenen Wochenende. Doch genauso groß ist die Ernüchterung nun nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus gegen den FC Sevilla. Im Hinspiel in Andalusien waren die Spanier bereits überlegen. Das Spiel endete dennoch 0:0. Nun im Rückspiel in Manchester schoss ein Einwechselspieler Sevilla ins Viertelfinale. Wissam Ben Yedder sorgte mit zwei schnellen Joker-Toren für den 2:1-Triumph der Andalusier im Old Trafford. 

Einwechslung in der 72. Minute. Erster Treffer nur zwei Minuten später. Zweiter Treffer noch einmal vier Minuten danach. So liest sich der Arbeitsnachweis des französischen Super-Jokers Wissam Ben Yedder. Nach diesem furiosen Auftritt des 27-Jährigen war das Achtelfinale 15 Minuten vor Abpfiff im Theater der Träume bereits entschieden. Die Red Devils hätten drei Tore für das Weiterkommen gebraucht. Romelu Lukaku erzielte zwar noch den Anschluss, mehr war aber nicht mehr drin für die Mannschaft von Jose Mourinho.

Ben Yedder hatte ihnen mit seinem schnellen Doppelpack den Zahn endgültig gezogen. Und das ist durchaus eine Spezialität des französischen Mittestürmers. Auch gegen Liverpool steuerte er in der Vorrunde beim 3:3 schon zwei Treffer bei. Gegen Maribor gelangen ihm beim 3:0-Gruppensieg sogar alle drei Tore. Insgesamt steht Ben Yedder in dieser Champions League Saison bei acht Treffern in nur sieben Einsätzen. In der Qualifikation für die Gruppenphase steuerte er noch weitere zwei Treffer bei.

Ben Yedder nur mit Außenseiterchancen auf eine WM-Nominierung

Beeindruckende Zahlen in der Champions League. In LaLiga liest sich seine Statistik in dieser Saison allerdings weniger gut. In 19 Spielen gelangen dem französischen Stürmer lediglich sechs Treffer. Diese Zahlen sprechen nicht gerade für eine Nominierung in Frankreichs WM-Kader. Schließlich ist die Offensive das Prunkstück der Franzosen. Mit Antoine Griezmann, Kylian Mbappe, Anthony Martial, Thomas Lemar, Kingsley Coman, Florian Thauvin, Alexandre Lacazette oder Olivier Giroud streiten sich zahlreiche Top-Stars um die Plätze im französischen Kader.

Für Ben Yedder, der noch kein A-Länderspiel für Les Bleus bestritt, wird viel davon abhängen, wie Nationaltrainer Didier Deschamps taktisch im Sturmzentrum plant. Will er einen körperlich starken Mittelstürmer wie Giroud oder Lacazette? Dann stehen die WM-Chancen Ben Yedders gleich Null. Oder sieht Deschamps einen spielenden 9er wie Griezmann im Sturmzentrum. Dann wäre der nur 1,70 Meter große Ben Yedder der ideale Ersatzmann. Und dass er nach Einwechslungen keinerlei Anlaufzeit braucht, hat er ja auf großer Bühne nachgewiesen.