Sven Ulreich: Folgenschwerer Patzer führt zu CL-Aus

Manuel Neuer
Foto: Peter P. / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Sven Ulreich spielt die Saison seines Lebens. Die klare Nummer 2 der Bayern, eigentlich Bankwärmer hinter Nationaltorwart Manuel Neuer, vertritt den Langzeitverletzten in diesem Jahr erstklassig. Es wurden sogar Stimmen laut, die forderten, Ulreich solle auch anstelle der designierten Nummer 1 im DFB-Trikot Neuer mit der deutschen Nationalmannschaft nach Russland zur WM fahren. Doch seiner starken Spielzeit verpasste Ulreich im Champions League Halbfinal Rückspiel einen herben Dämpfer. Denn sein Black-Out sorgte letztendlich für Reals Einzug ins Finale. Und das Aus seines FC Bayerns.

1:2 hatten die Bayern das Hinspiel in der heimischen Allianz Arena verloren. Schon dort waren die Münchner dominant und bezahlten den Preis für individuelle Unachtsamkeiten. Und dieses Muster sollte sich im Rückspiel fortsetzen. Früh gingen die Münchner wie im Hinspiel durch Joshua Kimmich in Führung. Nun hatten die Bayern theoretisch noch fast das komplette Spiel Zeit, um das erlösende zweite Tor zu erzielen. Doch erst glich Benzema aus – ein recht folgenloser Treffer für den FCB, die weiterhin nur einen Treffer für die Verlängerung benötigt hätten. Und dann kam es noch dicker, in Form von Ulreichs dramatischem Patzer.

Direkt nach Anpfiff zur zweiten Hälfte bedrängte Toni Kroos den Münchner Corentin Tolisso im Mittelfeld. Der Franzose passte zu lasch zurück zu seinem Keeper Ulreich. Der hätte den Ball eigentlich vor dem heranstürmenden Madrilenen Benzema bekommen – wäre ihm nicht doch noch aufgefallen, dass er den Rückpass nicht mit den Händen aufnehmen darf. Ungelenk versuchte er noch mit dem Bein zu klären. Und ermöglichte so Benzema seinen zweiten Treffer. Die Münchner konnten nur noch zum 2:2 in Person von James ausgleichen – zu wenig. Real zog in sein drittes Königsklassen-Finale in Folge ein, während der FCB zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren im Halbfinale scheiterte.

Ulreich entschuldigt sich – Heynckes hat Plan mit Neuer

Am Tag nach der Niederlage entschuldigte sich der Torhüter für seinen folgenreichen Fauxpas. „Worte können nicht beschreiben, wie enttäuscht ich über das Ausscheiden in der CL bin. Wir wollten unbedingt ins Finale und wir haben unser Bestes gegeben und dann passiert mir dieser unnötige Fehler“, schreibt er auf Instagram. „Ich kann es mir nicht erklären. Es tut mir leid… für mein Team und für euch Fans.“

Bayern-Trainer Jupp Heynckes nimmt derweil seinen Torhüter, „der eine ganz tolle Saison gespielt hat“, in Schutz. Er habe eben „einen Blackout gehabt. Er wollte den Ball mit den Händen aufnehmen und hat dann gemerkt, das geht ja gar nicht. Dann ist er konfus geworden. Das ist sehr bitter für den Spieler und meine Mannschaft.“

Wie es nun zwischen den Pfosten der Münchner weitergeht, bleibt spannend. Kürzlich hatte Heynckes mitgeteilt, dass er schon genau wisse, wie er den Weltmeister wieder einbauen kann. „Ich weiß, was ich mache, ich habe einen Plan und den werden Sie sehen, wenn er umgesetzt wird“, ließ sich der erfahrene Coach noch nicht in die Karten schauen. Nächste Kapitel dieser Saga folgen mit Sicherheit.