Tah will lieber Titel mit Bayer als übereilten Wechsel

WM 2018
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Vor zwei Wochen verlängerte der heißumworbene Innenverteidiger Jonathan Tah bis 2023 bei Bayer Leverkusen. Bei den Namen der Klubs – Juventus Turin, Tottenham Hotspur, Borussia Dortmund – die um ihn buhlten, durchaus überraschend. Gerade in Zeiten von Streiks, um Transfers zu erzwingen, und häufig vorschnellen Wechsel in das Fußball- und Millionen-Mekka Premier League. Die Gründe für seine Treue zu Bayer Leverkusen sowie seine Ambitionen in der Nationalmannschaft erklärte Tah gegenüber dem kicker. 

Statt dem schnellen Geld in der Premier League oder einem Bankplatz im Kader eines internationalen Großklubs, will der erst 22-jährige Jonathan Tah lieber in Ruhe seinen Weg bei Bayer Leverkusen gehen. “Stand jetzt reizt mich das Ausland nicht, sonst hätte ich ja nicht verlängert. Vielleicht reizt es mich irgendwann. Aber für mich war es nach reiflicher Überlegung der richtige Schritt, hier zu verlängern und zu bleiben. Am Ende meiner Karriere möchte ich sagen können, dass ich das Bestmögliche aus mir herausgeholt habe. Und ich glaube, dass es in dem Moment der richtige Schritt war zu verlängern. Und was in ein paar Jahren ist, da schaue ich jetzt nicht drauf.”

Nicht nur für seine persönliche Zukunft ist die Vertragsverlängerung in Leverkusen der richtige Schritt. Tah glaubt auch an Erfolge mit dem jungen und definitiv entwicklungsfähigen Team von Bayer 04. “Ich kann mich hier super weiterentwickeln. Ich habe schon nach dem ersten Jahr gesagt, dass es der richtige Schritt für mich war, hierher zu kommen. Der Klub steht immer hinter mir und unterstützt mich. Wir haben noch viel Potenzial in der Mannschaft. Ich möchte einfach ein Teil davon sein, noch mehr Erfolg mit Bayer haben als in den letzten Jahren und vielleicht mal einen Titel gewinnen. Ich glaube einfach daran, dass das geht. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung.” Und dazu will Jonathan Tah weiter beitragen.

Tah nimmt Kampf um Platz in WM-Kader (noch) gelassen

Neben Titeln mit Bayer Leverkusen kann Jonathan Tah auch im Sommer den größten Titel des Fußballs überhaupt gewinnen: die WM mit Deutschland. Wie schätzt er selbst seine Ausgangslage im Kampf um die Plätze in der Innenverteidigung des deutschen Kaders ein? “Ich bin natürlich immer bereit. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde: Ich will nicht dabei sein. Aber ich weiß um die Situation. Ich weiß, dass die Konkurrenz nicht schläft, dass die Spieler alle in Topklubs spielen, die auch international spielen, worauf natürlich auch geachtet wird. Ich würde mich freuen, wenn es klappt. Wenn nicht, mache ich trotzdem weiter.” Die Konkurrenz ist mit den Bayern-Verteidigern Mats Hummels, Jerome Boateng und Niklas Süle oder den England-Legionären Shkodran Mustafi und Antonio Rüdiger extrem.

Der Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw besteht aber auf jeden Fall. “Er hat gesagt, ich soll weiter Gas geben. Genau das habe ich auch im Kopf: Weiter Gas geben, versuchen, mich noch zu verbessern und meine Leistung zu bringen. Am Ende wird man sehen, was passiert,” meint Tah noch ganz entspannt in Hinblick auf die anstehende WM.