Testspiele am Sonntag: Neymar zurück, Spanien Remis gegen Schweiz, Peru stark

Neymar
Foto: Fernando Frazao / Wikipedia (CC BY 3.0 BR)

2014 war er der einzige Hoffnungsträger der Selecao bei der Heim-WM und trug den Druck einer ganzen Nation auf seinen Schultern: Neymar. Ohne den Superstar ging die brasilianische Nationalmannschaft bekanntlich 1:7 gegen Deutschland im Halbfinale unter. Nun, vier Jahre später, bangte Brasilien erneut um den PSG-Profi. Denn auch jetzt war er wieder wochenlang verletzt. Doch das Zittern hatte im Testspiel gegen Kroatien ein Ende: Neymar kehrte zurück, und wie. Außerdem trafen am Sonntag in internationalen Testspielen Spanien auf die Schweiz, Peru hält seine beeindruckende Serie am Laufen und Costa Rica präsentiert sich bereit für die WM. 

Spanien – Schweiz 1:1

Noch fehlen die Champions League Sieger von Real Madrid bei der spanischen Nationalmannschaft und so bekamen im Testspiel gegen einen anderen WM-Fahrer, die Schweiz, manche Profis einiges an Spielzeit, die ansonsten weniger zum Einsatz kommen. Cesar Azpilicueta ersetzte beispielweise den eigentlich unverzichtbaren Sergio Ramos in der Innenverteidigung. Oder Dani Carvajal wurde rechts hinten durch Alvaro Odriozola vertreten. Und der nutzte seine Chance, um gleich gehörig auf sich aufmerksam zu machen. Denn in der 29. Minute brachte er die Seleccion, bei der auch der Münchner Thiago in der Startelf stand, mit einem herrlichen Außenrist-Volley in Führung. Ob eines Chancenpluses zu diesem Zeitpunkt, war der Treffer nicht unverdient. Doch die Nationalelf der Schweiz, bei der mit Torhüter Yann Sommer, Mittelfeld-Youngster Denis Zakaria (beide Gladbach) und Steven Zuber (TSG Hoffenheim) drei Bundesliga-Legionäre, in der Startelf standen verkauften sich gut. Früh setzten sie die spanischen Profis unter großen Druck. Und so war der Ausgleich durch den früheren Wolfsburger Ricardo Rodriguez in der 62. Minute auch nicht mehr unverdient. Kurz vor Schluss konnten die Spanier noch einmal größeren Druck aufbauen. Doch ein Sieg war ihnen an diesem Abend gegen von ihrem Trainer Vladimir Petkovic hervorragend eingestellten Schweizer nicht vergönnt.

Costa Rica – Nordirland 3:0

Die Nationalmannschaft Costa Ricas konnte sich gegen die Briten aus Nordirland gehörig Selbstvertrauen im Vorfeld der WM in Russland holen. Mit 3:0 bezwangen die Mittelamerikaner die Männer von der irischen Insel und machten so die 0:1-Niederlage gegen Tunesien vom vergangenen Dienstag wett. In der 30. Minute stellte Johan Venegas auf 1:0. Der ehemalige Arsenal London Profi Joel Campbell, der 2014 zu den auffälligsten Spielern des großen Überraschungsviertelfinalisten gehörte, besorgte eine Minute nach Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte auch das zweite Tor. Den Schlusspunkte setzte Innenverteidiger Francisco Calvo in der 66. Spielminute.

Neymar verzaubert Fans der Selecao bei seinem Comeback

Brasilien – Kroatien 2:0

Sehnsüchtig erwarteten die Fans der brasilianischen Nationalmannschaft ihren Superstar Neymar. Wenn der 26-Jährige, anders als vor vier Jahren, bei dieser WM nicht mehr der alleinige Taktgeber des brasilianischen Spiels ist, so ist er dennoch einer der besten Spieler der Welt, der jede Mannschaft auf ein anderes Niveau heben kann. Doch zu Spielbeginn mussten sich die Anhänger der Selecao noch gedulden. Denn die Offensive in Gelb-Blau wurde durch Willian, Gabriel Jesus und Philippe Coutinho gebildet. Und viel bekamen sie in den ersten 45 Minuten nicht zusammen. Die Kroaten, bei denen die Bundesligisten Ante Rebic von Eintracht Frankfurt und Andrej Kramaric von der TSG Hoffenheim in der Startformation standen, verstanden sich gut darauf, keine Gefahr aufkommen zu lassen. So bedurfte es der Einwechslung Neymars in der Halbzeitpause um dem Spiel Leben einzuhauchen. Denn in der 69. Minute zeigte der Superstar dann sein ganzes Können. Auf engstem Raum umdribbelte er im Sechzehner seine Gegner und platzierte den Ball hoch in die Maschen. Der Bann war gebrochen. Und kurz vor Schluss legte in der 94. Minuten mit Roberto Firmino noch ein weiterer eingewechselter Angreifer das 2:0 nach. Wohl dem, der solche Offensivkünstler von der Bank bringen kann.

Guerrero bei Comeback nach Dopingsperre mit Doppelpack

Saudi-Arabien – Peru 0:3

Weiterhin überzeugend präsentiert sich die Nationalmannschaft Perus und gewann auch das sechzehnte Länderspiel in Serie. Und auch bei ihnen gab es ein großes Comeback zu feiern. Denn zum ersten Mal seit dessen Verurteilung wegen eines Verstoßes gegen die Dopingrichtlinien konnte der Andenstaat auf seinen Führungsspieler und zentralen Angreifer Paolo Guerrero zurückgreifen. Für die WM wurde der 34-Jährige begnadigt. Und dass die auch ohne ihren Mittelstürmer brandgefährlichen Peruaner mit Guerrero nur noch stärker werden, sollte sich schnell zeigen. Das 1:0 gegen Saudi-Arabien, das am 14. Juni das Eröffnungsspiel der WM gegen Gastgeber Russland austragen wird, besorgte noch Andre Carillo in der 20. Minute. Doch dann folgte die große Show des Paolo Guerrero. Der ehemals für den FC Bayern München und den Hamburger SV in der Bundesliga aufgelaufene Stürmer erzielte in der 41. Minute das 2:0 und in der 64. Minute das 3:0 für sein Land. Und das wenige Tage, nachdem er erfuhr, dass er nun doch das große Highlight seiner Karriere erleben dürfen wird. Geschichten, wie sie nur der Fußball zu schreiben vermag.