Twitter glüht: Leno und Sane äußern sich zu Nichtnominierung

Leroy Sane
Foto: Ailura / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 AT)

Die Würfel sind gefallen, der Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM in Russland steht nun endgültig fest. Und wo aus dem 27 Mann starken vorläufigen Aufgebot noch 23 glückliche WM-Fahrer übrig bleiben, gibt es natürlich auch Vier sehr enttäuschte Profis, die so kurz vor dem großen Ziel nach Hause fahren müssen. Dabei handelt es sich bekanntlich um Bernd Leno, Jonathan Tah, Leroy Sane und Nils Petersen. Und auch wenn keiner der nach Hause geschickten einen emotionalen Ausbruch wie Sandro Wagner nach dessen Nichtberücksichtigung in den vorläufigen Kader hinlegt, ertönen nun die ersten Statements von Leno und Sane auf Twitter. Und die sind sehr unterschiedlich. 

Denn Bernd Leno artikuliert seine Emotionen über die Entscheidung, dass er nicht als Teil der deutschen WM-Mannschaft mit nach Russland fahren darf, deutlich. „Sehr enttäuscht,“ ist der 26-Jährige über seine Ausbootung. „Ich habe im Trainingslager alles für den großen Traum gegeben. Aber das gehört zum Sport – Rückschläge wegstecken, Entscheidungen akzeptieren und weiter alles geben!“, dennoch zeigt sich der Torhüter von Bayer 04 Leverkusen sportlich und kameradschaftlich. „Der Mannschaft wünsche ich natürlich viel Erfolg in Russland!“

Durch die Rückkehr von Manuel Neuer war klar, dass entweder Kevin Trapp von Paris Saint-Germain oder Bernd Leno nach Hause fahren müssen. Letzteren traf es. Wohl weil seine Leistungen im DFB-Trikot nicht so stark waren, wie die von Kevin Trapp bei dessen wenigen Bewährungschancen. „Sowohl Kevin Trapp als auch Bernd Leno sind gute Torhüter. Wir hatten uns bei der EM für Bernd entschieden, diesmal für Kevin. Beide sind auf einem gleich hohen Niveau,“ begründet Bundestrainer Joachim Löw die Wahl auf Trapp. Im Verein hatte eigentlich Leno, der unangefochtene Nummer 1 in Leverkusen ist, die Nase vorn. Trapp kam in dieser Spielzeit nur auf 14 Einsätze für Paris Saint-Germain. Dort ist er nur der Ersatzmann zwischen den Pfosten für den Franzosen Alphonse Areola.

Sane nimmt Nichtberücksichtigung für WM mit Humor

Deutlich entspannter, zumindest in der Öffentlichkeit, zeigte sich die große Überraschung unter den Heimfahrern, Leroy Sane. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass der Hochveranlagte ein Streichkandidat Löws sein könnte. Wohl auch nicht Kyle Walker, Mitspieler bei Manchester City von Sane, der in der Premier League zum besten Jungprofi der Saison gekürt wurde. Der englische Rechtsverteidiger postete ein Foto von sich, auf dem er Wasser ausprustet. „Wenn du herausfindest, dass Leroy Sané nicht zur WM fährt,“ erklärte Walker diesen Ausdruck des Entsetzens über die Entscheidung des Bundestrainers.

Sane reagierte einige Stunden später und kommentierte das Foto seines Mannschaftskollegen entspannt und mit einer guten Prise Humor: „Nun ja, du hast Glück, dass du nicht gegen mich spielen musst, Bro.“ Dieses Glück haben nun einige Verteidiger bei der Weltmeisterschaft, denn Sane verfügt über Gaben, die nur wenige Fußballer aufweisen. Enorme Schnelligkeit, Mut und Agilität im Eins-gegen-Eins, einen starken Abschluss und Übersicht. Zehn Tore und 15 Assists für Manchester City in der Premier League sprechen eine deutliche Sprache. Somit dürfte Walker nicht der Einzige sein, dem die Kinnlade runtergefallen ist, als er davon erfuhr, dass der 22-Jährige Wirbelwind nicht mit zur WM fährt. Allein eine Integration in den Kader im Hinblick auf zukünftige Turniere, bei denen Sane eine größere Rolle als aktuell spielen dürfte, hätte eine Nominierung wohl schon sinnvoll erscheinen lassen.