Japans Veteran Kawashima mit einfachem Erfolgsrezept für Achtelfinaleinzug

Gruppe H

Mit 35 Jahren ist Eiji Kawashima der Senior im japanischen WM-Team. Der Torhüter bestreitet seine dritte WM, wie einige andere in der Mannschaft. Diese Erfahrung sieht der Mann zwischen den Pfosten des japanischen Tores als großen Vorteil. Schließlich zehren diese Profis von einer guten WM-Erfahrung 2010, als die Samurai Blue beinahe ins Viertelfinale eingezogen wären. Genauso erlebten sie aber die Enttäuschung der schwachen WM 2014 in Brasilien. Damals scheiterte Japan an Kolumbien, der Elfenbeinküste und Griechenland in der Gruppenphase. 

Im Rückblick war aber die WM 2010 in Südafrika schmerzhafter. Die japanische Nationalelf setzte sich in der Vorrunde in einer starken Gruppe gegen Kamerun und Dänemark durch und zog gemeinsam mit den Niederlanden ins Achtelfinale ein. Dort wartete mit Paraguay keine unlösbare Aufgabe. Und dennoch stand am Ende das Aus. „Wir waren so enttäuscht von dem Ergebnis 2010,“ spürt Kawashima noch heute den Schmerz über das Ausscheiden im Elfmeterschießen nach 0:0 nach 120 Minuten vor dem Viertelfinale. „Wir waren so nahe dran, die Runde der letzten Acht zu erreichen. Aber schlussendlich verpassten wir die Chance. Zurückblickend denke ich, dass einige Details den Unterschied ausmachten und das Resultat entschieden.“ Auch ein Quäntchen Glück ist immer notwendig.

Eine Erfahrung, die eine Mannschaft aber weiterbringt. Das ist die positive Seite dieser Lektion. „Das aktuelle Team hat mehr erfahrene Spieler als die vorherigen,“ sieht das auch der 35-Jährige so. „Einige von uns spielen ihre dritte Weltmeisterschaft. Gleichzeitig gibt es auch eine Gruppe von jungen Spielern, die schnell große Fortschritte gemacht haben. Diese Youngster strahlen größere Zuversicht aus. Dieser Mix aus erfahrenen Veteranen und talentierten jungen Spielern ist es also, was mit zuversichtlich macht, dass wir das Zeug dazu haben in Russland Geschichte zu schreiben.“

Kawashima zieht Motivation aus Vorrunden-Aus in Brasilien

Die Gruppe der Japaner hält der Torhüter, der auf Klubebene für den französischen Erstligisten FC Metz zwischen den Pfosten steht, für auf ungefähr einem Leistungsniveau. „Ich glaube, dass die Gruppe sehr ausgeglichen ist und jedes Team seine Chance aufs Weiterkommen hat. Unser Ziel in der Gruppe ist einfach  – uns darauf zu konzentrieren, wie wir in die nächste Runde vorrücken können. Das letzte Mal, bei der WM in Brasilien, haben wir nicht gut abgeschnitten. Also sind wir besonders motiviert, unsere Aufgaben diesmal besser zu erledigen.“

Seinen persönlichen Beitrag will Kawashima dazu natürlich auch leisten. Gerade als ältester Profi sieht sich der 83-fache japanische Nationalspieler in der Pflicht. „Ich hatte viel Glück für so viele Jahre ein Teil der Nationalmannschaft gewesen zu sein. Jetzt bin ich der älteste Spieler des Teams. Als einer der Veteranen werde ich versuchen, das Team positiv zu führen und das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.“ In ihrer Vorrunde mit Kolumbien, Senegal und Polen gelten die Japaner allerdings eher als Underdog.