Vor Auftaktmatch gegen Deutschland: Moreno mit gemischten Gefühlen

Mexiko
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Mexiko startet heute mit einer Partie gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland in das WM-Turnier. Bislang waren die Leistungen der Favoriten, egal ob Spanien, Frankreich oder Argentinien, noch nicht das Gelbe vom Ei. Das dürfte auch den Mexikanern vor der heutigen Partie Mut machen. Schon einen Schritt weiter, nämlich an die möglichen Achtelfinal-Gegner, denkt Mexikos Innenverteidiger Hector Moreno vor der heutigen Auftaktpartie gegen Deutschland. Das Aufeinandertreffen mit dem Titelträger betrachtet er mit gemischten Gefühlen. 

Einerseits war der 30-Jährige nicht allzu begeistert von der Aussicht, gegen den aktuellen Weltmeister Deutschland das erste Spiel der WM bestreiten zu müssen. “Weil ich weiß, dass Deutschland ein heißer Kandidat für den Titel ist. Weil sie Weltmeister sind. Wegen der Qualität der Spieler.” Andererseits befeuert so ein aufregendes Match auch die Vorfreude. “Gegen eine Mannschaft dieses Niveaus zu spielen bringt viele Emotionen mit sich. Sich mit so einem Team zu messen, ist toll,” räumt Moreno im kicker-Interview ein. “Wenn man alles zusammennimmt, waren die Gefühle aber zweigeteilt.”

Aus der 1:4-Klatsche gegen das DFB-Team im Halbfinale des Confederations Cups vor gut einem Jahr hat Mexiko seine Lehren gezogen. “Wir brauchen mehr Ballbesitz, mehr Passgenauigkeit, dürfen Deutschland zugleich aber nicht so viel anbieten,” erläutert Moreno. “Wir müssen schauen, dass wir unserem Positions- und Ballbesitzspiel treu bleiben. Aber nochmal: Wir müssen aufpassen, dass wir die Räume zumachen, die Linien beieinander halten. Sonst nehmen sie uns auseinander.”

Moreno bekräftigt: Ziel ist der Titel

Schließlich soll der Auftakt gegen Deutschland für Mexiko nur der erste Schritt auf einer langen WM-Reise sein. Nach seinen Zielen gefragt, zeigt sich Moreno, wie viele andere mexikanische Nationalspieler, äußerst selbstbewusst: “… ganz ehrlich: Weltmeister werden. Ich spreche jetzt für mich. Davon träume ich. Jedem Spieler von uns geht das so. Natürlich: Glück, Schiedsrichter, Gegner, da muss vieles zusammenkommen.” Und wenn es Mexiko nicht schafft, wer ist für den Profi von Real Sociedad San Sebastian dann der heißeste Anwärter auf den Titel? Zuallererst Deutschland. Weil sie als Weltmeister die Basis von damals noch haben, aber auch neue Spieler hinzubekamen. Ein Generationswechsel. Deutschland könne drei wettkampfstarke Teams ins Rennen schicken. Dazu kommt Spanien, aufgrund der Qualität der Spieler. Und Brasilien spazierte unter Tite durch die schwierigste Qualifikationsgruppe der Welt. Die Selecao hat großartige Spieler und ein tolles Trainerteam. Aber ich würde auch Frankreich nicht vergessen mit jungen, qualitativ sehr guten Profis, die in den besten Teams der Welt spielen.”

Gerade die Kreativabteilung von Deutschland beeindruckt Hector Moreno: “Das Zusammenspiel, Mesut Özil, Thomas Müller, Toni Kroos, die Diagonalpässe in den Rücken unserer Abwehr. Wir müssen höchst aufmerksam agieren, dürfen nicht zulassen, dass die offensiven Mittelfeldspieler die Bälle durchstecken. Und wenn sie es doch schaffen, dann müssen wir eben gucken, dass die Stürmer nicht in unseren Rücken kommen. Ich glaube schon, dass wir vom Confed Cup gelernt haben.” So könnte es auch mit etwas Zählbarem gegen die DFB-Mannschaft klappen. Einem ersten Schritt auf Mexikos erhofften langem Weg.