Vor Löws Kadernominierung: 26 Schatten, viele Fragezeichen

Joachim Löw
Foto: Steindy / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Am morgigen Dienstag (12.30 Uhr) ist es soweit: Bundestrainer Joachim Löw wird den vorläufigen deutschen Kader für die Weltmeisterschaft in Russland bekannt geben. Derzeit deuten einige Hinweise darauf hin, dass Löw 26 Spieler berufen wird, von denen schließlich noch drei gestrichen werden. Es gibt noch einige Fragezeichen und Sorgenkinder.

Das größte Fragezeichen steht weiterhin hinter Weltmeister-Torwart Manuel Neuer. Am Samstag feierte er zwar auf dem Rasen die Meisterschaft des FC Bayern, für einen Einsatz im Spiel gegen den VfB Stuttgart (1:4) reichte es allerdings noch nicht. Fraglich, ob Trainer Jupp Heynckes den 32-Jährigen ausgerechnet im Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt einsetzen wird. Es gilt dennoch als wahrscheinlich, dass Löw Neuer zunächst nominieren wird – auch ohne Spielpraxis. Vermutlich stehen mit Neuer, ter Stegen, Trapp und Leno vier Keeper im vorläufigen Kader. Einer würde dann noch gestrichen werden.

Abwehr-Gigant Jerome Boateng verletzte sich im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen Real Madrid (1:2) und ist wieder in das Lauftraining eingestiegen. Auch er wird im vorläufigen Kader stehen. Die große Frage wird sein, ob er rechtzeitig für das DFB-Trainingslager in Eppan (Südtirol) wieder in Form kommen wird.

Nun hat es auch Boatengs Nebenmann Mats Hummels erwischt. Gegen Stuttgart verletzte sich der Weltmeister am Fuß. „Es ist noch lange hin bis zur WM“, so Hummels nach dem Spiel. „Ich bin 2016 mit einem Muskelfaserriss angereist, konnte erst im zweiten Spiel spielen. Das stellt in einem 23-Mann-Kader kein größeres Problem dar.“ Am Sonntagabend schickte er schließlich eine Nachricht über Twitter: „Gute Nachrichten: Der Fuß ist nicht ernsthaft verletzt.“

Vor der Kadernominierung: Hoffen bei Can, Rätsel bei Özil

Emre Can hat noch genau eine Möglichkeit, ein Pflichtspiel vor der Weltmeisterschaft zu absolvieren: das Finale der Champions League mit dem FC Liverpool gegen Real Madrid am 26. Mai. Sein Coach Jürgen Klopp hatte zuletzt nicht ausgeschlossen, dass Can rechtzeitig fit werden könnte. Der ehemalige Leverkusener, der vermutlich ablösefrei zu Juventus Turin wechseln wird, hatte seit März nicht mehr gespielt. Ihn plagen Rückenprobleme. Bei Joachim Löw war er zuletzt zwar immer dabei, sein WM-Platz war jedoch ohnehin keineswegs sicher.

Auch Spielmacher Mesut Özil bereitet Joachim Löw große Sorgen. Auch er litt zuletzt unter Rückenbeschwerden und verpasste die vergangenen Partien mit Arsenal London. „Ich werde ein wenig Zeit brauchen, bin aber sicher, dass ich rechtzeitig für die WM wieder vollständig fit sein werde“, so Özil vor einer Woche. Englische Medien hatten bereits über sein WM-Aus spekuliert.

Sicher nicht dabei sein werden Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach) und Serge Gnabry (TSG Hoffenheim), die sich im Schlussspurt der Saison schwerwiegend verletzt haben. Es deutet derzeit einiges darauf hin, dass Joachim Löw 26 Spieler in den vorläufigen Kader berufen wird. An der Fassade des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund sind derzeit 26 Schattenbilder zu sehen. Die Schatten sehen alle gleich aus, man kann keine einzelnen Spieler identifizieren. Doch die Anzahl der Schatten könnte Aufschluss darüber geben, wie viele Spieler Löw zunächst nominiert. Bis zum 4. Juni müsste der Bundestrainer dann noch drei Spieler aus dem Kader streichen. Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund wird Löw morgen auch den Kader benennen.

Wir machen den Check – einen Tag vor der Kadernominierung

Sie sind sicher im vorläufigen Kader

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Manuel Neuer (FC Bayern München), Mats Hummels (FC Bayern München), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Toni Kroos (Real Madrid), Sami Khedira (Juventus Turin), Thomas Müller (FC Bayern München), Leroy Sané (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig), Ilkay Gündogan (Manchester City), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Jonas Hector (1. FC Köln), Niklas Süle (FC Bayern München)

Sie haben sehr gute Chancen

Jerome Boateng (FC Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Marco Reus (Borussia Dortmund), Mesut Özil (Arsenal London), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Leon Goretzka (FC Schalke 04),

Das sind noch Wackelkandidaten

Mario Götze (Borussia Dortmund), Sandro Wagner (FC Bayern München), Shkodran Mustafi (Arsenal London), Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Emre Can (FC Liverpool), Sebastian Rudy (FC Bayern München)

Eher geringe Chancen

Sven Ulreich (FC Bayern München), André Schürrle (Borussia Dortmund), Julian Weigl (Borussia Dortmund), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), Marius Wolf (Eintracht Frankfurt), Thilo Kehrer (FC Schalke 04), Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart)